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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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sung übergehen, und beim Erkalten dieser letzteren in verändertenVerhältnissen sich abscheiden. Dieser freiwillige Niederschlag ist esnun, welchen man mit dem Namen Mineralkermes bezeichnet. Esist ein feines, gcruch- und geschmackloses, braunrothes Pulver, inWasser und Weingeist unlöslich, vollständig löslich in Salzsäure, theil-weise löslich in Pilanzensäuren und Alkalien, besteht in 100 Theilenaus 70 Schwefelantimon und 30 Antimonoxyd nebst hygroskopischemWasser und geringen Spuren von Alkali. Seinem Gehalt an Anti-monoxyd verdankt der Mineralkermes besonders seine starke brechen-erregende Wirkung, welche durch gleichzeitige Anwendung von sau-ren Körpern, als Weinstein, sauren Säften, welche das Oxyd auflösen,noch verstärkt wird. Zum Kalomel zeigt es dasselbe Verhalten wieGoldschwefel.

§ 448. Erkennung'. Man erkennt den Mineralkermes an derFarbe und dem Verhalten vor dem Löthrohre, welches mit dem desschwarzen Schwefelantimons übereinstimmt. Die gute Beschaffen-heit bedingt:

Prüfung, a. ein der obigen Angabe entsprechendes Aeussere;

b. Indifferenz gegen reines Wasser, so dass damit geschütteltesund wieder abfiltrirtes destillirtes Wasser keine Reaction auf Reagens-papiere ausübt und auch beim Verdunsten keinen merklichen Rück-stand hinterlassen das Gegentheil verräth ein unvollständiges Aus-süssen;

c. vollständige Löslichkeit in SchwefelammoniumflüssigkeitRückstand verräth fremdartige Beimischungen.

ein

Tamiimim.

(Acklura tannicum.)

Tannin ou Acidc tannique. Gerbstoff. Gerbsäure *).

§ 449. Tannin. Diese in neuerer Zeit als Arzneimittel em-pfohlene organische Substanz wird am zweckmässigsten aus den Gall-

*) Die Gerbsäure ist im Pflanzenreiche ziemlich verbreitet, nach Wah-lcnberg kommt sie vor: 1) in einigen perennirenden Wurzeln von jährigenKräutern, wie z. B. Tormentilla ereeta, l'olygonum Bistorta, Lythrum Sali-curia; 2) in der Rinde der meisten Baumstämme und in den jungen Zweigenvon Sträuchern und holzigen Pflanzen. Sie ist am reinsten in dem Holze,und bekommt gegen die Oberfläche der Rinde zu eine dem Extractabsatzimmer gleichartiger werdende Natur; 3) in den Blättern der Kräuter findetsie sich sehr selten (Saxifragu crassifolia enthält jedoch dieselbe in Menge),dagegen aber findet sie sich in den Blättern der Bäume und Sträucher, z. B.der Eichen und Birken, in Arbutus Uva Ursi, in l'accinium Myrtiüus, UhusCoriaria u. a. ; 4) in den Schalen von Früchten und Saamcn , so wie in de-ren Scheidewänden, in den Hülsen verschiedener Leguminosen, in der Schalefleischiger Früchte; 5) in unreifen Früchten. Sie findet sich selten in Blu-menblättern (die Blüthen von Piinica Orauatum und die Rosen machen eineAusnahme), im Fleische reifer Früchte und nicht in jährigen Pflanzen.

Die in diesen verschiedenen Pilanzenliörpem vorkommenden Gerbsäurenzeichnen sich gemeinschaftlich dadurch aus, dass sie Lackmuspapier rollten,zusammenziehend aber nicht sauer schmecken, und dass sie, wenn man eineLösung derselben in den Mund nimmt, die innere Bedeckung desselben zu-sammenschnüren, dass sie die Lösungen von Leim- und Eiweissstoff fällen.

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