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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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ein in Wasser unlösliches arsenigsaures Salz niedergeschlagen. —Gegen diese und ähnliche Mischungen, worin arsenige Säure oderArsensäure an Basen gebunden, enthalten ist, verhält sich das frischgefällte Eisenoxydhydrat (Liquor ferri oxydali hydratici) indifferent,d.h. es ist unvermögend, die arsenige Säure oder. Arsensäure darausin Form von unlöslichen Eisenoxydverbindungen niederzuschlagen,daher auch dessen Anwendung bei einer damit vorgefallenen Vergif-tung unwirksam. Zweckmässiger und wirksam dagegen ist die An-wendung des in § 311 Amn. beschriebenen essigsauren Eisenliquors,wovon 1 Unze hinreicht, um alles Arsenik, welches in 4 Unzen vonder Fowler'schen Solution enthalten ist, auszufällen.

§ 403. Erkennung und Prüfung. Man erkennt die Arse-niksolution an dem gelben flockigen Niederschlage, welchen Schwe-felwasserstoffwasser darin hervorbringt, nachdem sie vorher durcheinige Tropfen Salzsäure angesäuert worden ist, und gleichzeitig ander gelben Fällung durch Silbersolution. — Die gute Beschaffenheitdes Mittels wird bedingt durch einen der Vorschrift genau entspre-chenden Gehalt an Arsenik, was sich daraus ergiebt, dass 90 Gran

Solution). Man bringt in einen kleinen langhalsigen Kolben 1 Tlieil weissenArsenik, 2 Tiieile reine Salzsäure und 5 Theile reine Salpetersäure, digerirtdas Ganze bei gelinder Wärme im Sandbade, bis aller Arsenik aufgelöst,erlützt hierauf die Auflösung unter einem gut ziehenden Schornstein oder infreier Luft bis zum Sieden, fährt damit fort, bis der Rückstand im KolbenSyrupsconsistenz angenommen hat, verdünnt ihn hierauf mit 6 Theilen destil-lirtem Wasser und lässt von Neuem bis zu demselben Puncte verdampfen.Die also erhaltene Arsensäure wird nun in demselben Kolben mit 2 Theilenreinem Wasser Übergossen, dazu, sobald alles zu einer gleichförmigen Flüs-sigkeit aufgelöst, so lange Actzammoniakflüssigkeit zugesetzt, bis sich einNiederschlag zu zeigen anfängt, das Ganze dann klar filtrirt und das Filtratin einer wohlbcdeckten Ilachen Porcellanschaale an einem lauwarmen Orteder freiwilligen Verdampfung überlassen. Nach einigen Tagen werden sichschöne grosse Krystalle von neutralem arsensauren Ammoniak, deren Formein schiefes Prisma mit rhombischer Basis ist, gebildet haben; sie werdenzwischen Fliesspapicr getrocknet und in einem wohl verschlossenen Glaseaufbewahrt, da sie sonst Ammoniak verlieren und in saures arsensaures Am-moniak übergeben. Ein Gran von diesem Salze, welches in 100 Theilen57,6 Theile Arsensäure enthält, giebt mit einer Unze destillirtem Wasser dieim Eingange genannte arsenikalische Solution, deren Arsenikgehalt naheVüoo gleichzusetzen ist.

Pearson'sche Tropfen. b. Aqua arseniealis Pcarsonii Diein vorhergehender Weise erhaltene Arsensäure wird mit etwas überschüssigzugesetztem kohlensauren Natron gesattigt Man lässt die Auflösung krystal-lisircn, die erhaltenen Krystalle dann in trockener warmer Luft zu Pulverzerfallen, und bewahrt letzteres, trockenes arsensaures Natron, welches in100 Theilen 64,75 Arsensäure enthält, in einem wohl verschlossenen Gcfässeauf. Ein Gran von diesem Salze giebt mit einer Unze destillirtem Wasserdie Aqua arseniealis, worin nahe y 700 Arsenik enthalten ist.

Die in England üblichen sogenannten Pilulae asiaticae oder arsenicalesbestehen aus arseniger Säure 55 Grane, gepulvertem schwarzen Pfeffer 9 Drach-men, arabischem Gummi und Wasser, so viel als nöthig, um eine Pillenmassezu bereiten, woraus 800 Pillen geformt werden. Es sind zwar hier englischeGrane zu verstehen, allein der Unterschied zwischen diesen und den preus-sischen ist nur unbedeutend. In französischen Medicinalgcwichten ausge-drückt, würde die obige Menge 66 französischen Medicinalgranen gleich-kommen. Der Hamburger Codex giebt eine abweichende Vorschrift,

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