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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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zen werden dadurch weiss, Auflösungen von Metallen aber verschie-denfarbig niedergeschlagen, je nach der Individualität des Metalles.Die in Arsenik-, Antimon-, Zinn- und Goldauflösungen erzeugten Nie-derschläge sind in einem Üebermaasse des Fällungsmittels wieder auf-löslich. Ihrer chemischen Zusammensetzung nach ist die Schwe-felleber ein Gemisch aus Schwefelkalium, kohlensaurem, schwefelsau-rem und unterschwefeiigsaurem Kali.

2. Kali sulfuratum pro balneo. Diese Schwefelleber wirdunter Anwendung von aus Potasche bereitetem kohlensauren Kali undgewöhnlichem Stangenschwefel bereitet, und enthält daher alle Ver-unreinigungen dieser beiden Stolle, unter denen besonders das in al-lem rohen Schwefel enthaltene Arsen zu berücksichtigen ist, welchesdieses Präparat von jeder innern Anwendung ausschliesst. Im Uebri-gen kommt es mit dem Vorhergehenden übereil), nur dass beim Auf-lösen in Wasser immer ein geringer Rückstand zurückbleibt, und dieAuflösung, so wie das Pulver selbst, einen Stich ins Grünliche hat,was vom Eisengehalt des rohen Schwefels herrührt.

§ 388. Erkennung. Man erkennt die Schwefelleber leichtam äusseren Ansehen, und besonders an dem beim Uebergiessen miteiner Säure sich entwickelnden Gerüche. Die gute Beschaffenheitdes zur innern Anwendung bestimmten Präparats ergiebt sich:

Prüfung-, a. aus der rein gelben Farbe;

b. aus der vollständigen Auflöslichkeit in Wasser;

c. aus der reichlichen Entwickelung von Schwefelwasserstofl'gasbeim Zusätze von verdünnter reiner Salzsäure zur Auflösung unterAbscheidung eines blass gelblich-weissen Niederschlages ein mehroder weniger schmutzig-gelber oder röthlich-gelber Niederschlag ver-räth die Anwendung von ungereinigtem rohen Schwefel.

§ 389. Ausmittelung-. Die Schwefelleber wirkt, in grösse-ren Dosen innerlich genommen, giftig, theils in Folge ihrer Kaustici-tät, theils durch das sich daraus durch Einwirkung der Magensäureentwickelnde Schwefelwasserstoffgas. Vorkommenden Falles ist sieleicht an dem Gerüche zu erkennen, und an der schwarzen Färbung,welche damit imprägnirte Substanzen in Bleiauflösungen verursachen.

Kali snlfiiricimu.

(Tartarus vitriolatus. Arcanum dupücatum.)

Sulfate de Polasse.

Schwefelsaures Kali. Vitriolisirter Weinstein.

§ 3»0. Schwefelsaures Kali. Dieses Salz wird hei meh-reren chemischen Arbeiten als Nebenprodukt gewonnen, und Behufsder arzneilichen Anwendung durch Umkrystallisiren gereinigt. Essind weisse, vier- und sechsseitige, prismatische, sechsflächig zuge-spitzte Krystalle, oder auch zusammenhängende krystallinische Bin-den, enthält in 100 Theilen 54,07 Kali und 45,93 Schwefelsäure, istgeruchlos, schmeckt bitter, salzig, ist luftbeständig, giebt ein vollkom-men weisses Pulver und löst sich in 12 kalten, 4 siedenden Wassers,nicht in Weingeist auf. Die Auflösung ist farblos, vollkommen neu