Druckschrift 
Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
Entstehung
Seite
224
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

224

fliissigkeit zu der wässerigen Lösung eine schmutzig-graue Trübunggiebt die Anwesenheit von unterschwelliger Säure zu erkennen, wasder Fall sein kann, wenn das Salz durch Fällung von Bleizucker mit-telst kohlensauren oder, schwefelsauren Kali's dargestellt, und das Bleidurch Schwcfelleherlösung entfernt worden.

Kali carboiiicum.

(Alkali vegetabile aeratum.)Carbonate de Potasse. Kohlensaures Kali.

§ 2G7. Kohlensaures Kali. Das kohlensaure Kali, im rein.sten Zustande aus 68,09 Kali und 31,91 Kohlensäure bestehend, komm;in den Ofticinen in verschiedenen Graden der Reinheit vor. Manunterscheidet nämlich in pharmakologischer Beziehung:

1. Pottasche. Kali carbonicum crudum (Cineres clavellati,Cendres gravelees), Pottasche, durch Auslaugen von Pflanzenasche,Eindampfen der salzigen Flüssigkeit und Glühen des Rückstandes beiZutritt der Luft bereitet. Es kommt im Handel in weissen, zuweilendurch Mangangehalt mehr oder weniger bläulich-gefärbten festenStücken vor, und besteht zu % bis 3 / 3 aus kohlensaurem Kali undV bis *,/ fremden Bestandteilen (schwefelsaurem, salzsaurem undphosphorsaurem Kali, Kiesel- und Thonerde, Eisen- und Mangan-oxyd). Die Pottasche wird nicht unmittelbar als Arzneimittel ange-wandt, sondern nur zur Darstellung des nachfolgenden Salzes.

2. Gereinigte Pottasche. Kali carbonicum depuratune Cineribus clavellatis, gereinigte Pottasche, durch Ausziehender rohen Pottasche mit wenigem Wasser und Einkochen der klarenFlüssigkeit gewonnen. Es ist ein trockenes, weisses, kristallini-sches Salzpulver, welches leicht Feuchtigkeit aus der Luft anzieht,endlich zerfliesst, sich in gleichviel Wasser, nicht in Weingeist lost.Die wässerige Lösung ist farblos, vor dem Filtriren ein wenig trübe,schmeckt scharf laugenhaft, braust mit Säuren stark auf, bräunt Cur-cumapapier und färbt Veilchensaft grün. Es besteht aus kohlensau-rem Kali nebst einer geringen Menge schwefelsaurer, salzsaurer undphosphorsaurer Salze, Kiesel- und Alaunerde.

3. Mali carbonicum e Tartaro. Kali carbonicum eTartaro, Sal Tartari, Weinsteinsalz, durch Verkohlen des rohenWeinsteins, Auslaugen des Rückstandes und Verdampfen der Auflö-sung bereitet. Dieses Präparat unterscheidet sich von dem vorherge-henden durch einen noch geringeren Gehalt an fremden Bestandtei-len, besonders an Kieselerde, so dass bei der damit angestelltenPrüfung § 268 c. keine Trübung stattfindet.

§ S68. Erkennung. Man erkennt das gereinigte kohlensaureKali als solches an der leichten Auflöslichkeit in gleichviel Wasser,dem Verhalten dieser Auflösung gegen Reagenspapiere und dem star-ken Aufbrausen beim Zusatz irgend einer Säure. Die gute Beschaf-fenheit desselben giebt sich kund:

Prüfung, a. durch die reinweisse Farbe;

h. durch die vollständige Auflöslichkeit in gleichviel destillirtemWasser;

I*