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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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aus gleichen Tlieilen wasserleerem schwefelsauren Eisenoxjd Un ,|trockenem Kochsalz in Snblimationsgefdssen. Das erstere Prodiserscheint als eine gelbe kristallinische Salzmasse, das zweite alskleine braune, halbmetallisch-glänzende, irisirende Blättchen (FloraMortis). Beide ziehen Feuchtigkeit aus der Luft und zerfliessen zjeiner Flüssigkeit von dunkelbrauner Farbe (Oleum Mortis). DasEisenchlorid ist in Wasser, Weingeist und Aether auflöslich, die wäs-serige Auflösung ist unter dem Namen Liquor ferri muriatici oxydtcH(§ 307) officinell. Im wasserleeren Zustande, wie man es durchSublimation gewinnt, enthält es in 100 Theilen 33,81 Eisen und66,19 Chlor, daher der obige Name nicht sowohl als der Ausdruckseiner Zusammensetzung, als vielmehr seiner gewöhnlichen Bereitungs-weise betrachtet werden muss.

§ 309. Erkennung. Man erkennt das Eisenchlorid an den-selben Merkmalen, woran das Eisenchlorür erkenntlich ist, es unter-scheidet sich von diesem aber durch die Farbe und das Verhaltengegen Kaliumeisencyanid (§ 201).

Prüfung. Die Reinheit giebt sich durch das beim Liquor ferrimuriatici oxyduti beschriebene Verhalten kund.

Ferrum oxydatum fuscum.

(Hydras ferricus. Crocus Martis aperitivus.)

Peroxyde de fer hydrate. Safran de Mars apc'rillf.

Eisenoxydhydrat.

§ SlO. Eröffnender Eisensafran. Eine Auflösung \ mschwefelsaurem Eisenoxydul wird durch kohlensaures Natron zerlegtder Niederschlag gesammelt, ausgewaschen und getrocknet. Der An-fangs entstehende Niederschlag, welcher weisslich grau oder grünerscheint, ist zwar kohlensaures Eisenoxydul, aber bei dem Zutritteder Luft, welcher sich nicht abschliessen lässt, entweicht die Kohlen-säure und die Farbe des Niederschlags wird rothbraun, indem dasEisenoxydul durch Absorption von Sauerstoff allmälig in Eisenoxjd-hydrat übergeht, Das trockene Präparat bildet ein geruch- und ge-schmackloses, rostbraunes Pulver, ist in Wasser unlöslich, in Säurenunter geringem Aufbrausen löslich, besteht im Wesentlichen ansEisenoxyd und W r asser, nebst einem geringen Rückhalt von kohlen-saurem Eisenoxydul und kohlensaurem Natron, welches sich nichtganz vollständig auswaschen lässt, ausser nachdem das Präparat ge-glüht worden, wodurch es in das nächst folgende umgewandelt wird.Man hat in neuerer Zeit das ungetrocknete Eisenoxydhydrat, mitW r asser zu einer dicken Flüssigkeit zerrührt, als bewährtes Gegen-mittel bei \ergiftung mit arseniger Säure in Anwendung gebracht(§ 311).

§ 211. Erkennung. Man erkennt den eröffnenden Eisen-safran an der Farbe und der unter geringem Aufbrausen erfolgendenAuflöslichkeit in Salzsäure zu einer mit der Eisenoxydlösung über-einstimmenden Flüssigkeit. Die gute Beschaffenheit ergiebt sichdaraus: