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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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§ 114t. Arsensäure. (Acidum arsenicum. Acide arsenique),Die - Arsensäure ist die Verbindung von Arsen mit der grössten MengeSauerstoff, sie enthält nämlich in 100 Theilen 65,28 Arsen und 34,72Sauerstoff; sie wird durch Behandlung von arseniger Säure mit Kö-nigswasser gewonnen, bildet im concentrirtesten Zustande eine syrups-dicke, färb- und geruchlose Flüssigkeit, welche bei weiterem Erhitzenalles Wasser verliert und beim Erkalten zu einer festen, glasähnli-chen Masse erstarrt. Die wässerige Auflösung reagirt stark sauer;auf glühendes Eisenblech getröpfelt, entwickelt sie den dem Arseneigenthümlichen Knoblauchgeruch. Auf nassem Wege sind noch fürdie Arsensäure die besten Erkennungsmittel

Schwefelwasserstoff, es bringt darin einen blassgelben Nie-derschlag von Schwefelarsenik hervor. Wenn die wässerige Auflösungder Arsensäure sehr verdünnt ist, so zeigt sich der eben erwähnteNiederschlag erst nach mehreren Stunden, schneller aber, wenn mandie mit Schwefelwasserstoff angeschwängerte Flüssigkeit bis zum Sie-den erwärmt. — Ausserdem wird die wässerige Lösung der Arsen-säure noch gefällt durch

Kalkwasser in Ueberschuss. Der weisse Niederschlag, arsen-saurer Kalk, ist in freier Säure und in Ammoniaksalzen auflöslich.

Essigsaures Silber oder salpetersaures Silber, zu dessen Auf-lösung man so viel Aetzammoniak zugesetzt, dass der Anfangs ent-standene Niederschlag wieder aufgelöst worden. Der Niederschlag istbraunroth, besteht aus arsensaurem Silber und wird von freier Säureund von Aetzammoniak aufgelöst.

Schwefelsaures Kupferammoniak. Der Niederschlag, ar-sensaures Kupfer, ist blass grünlichblau, in Säuren und Alkalienlöslich.

§ 115. Arsensaure Salze. (Sales arsenici. Arseniates). Vonden Verbindungen der Arsensäure mit den oxydirten Basen sind eben-falls nur diejenigen in Wasser löslich, welche ein eigentliches Alkali(Kali, Natron, Ammoniak) zur Basis haben. Das arsensaure Kali(Macquer's Doppelsalz) wird in der Färberei angewandt. Das ar-sensaure Natron und Ammoniak werden in verdünnter Auflösung (§402) als Heilmittel angewandt, und das arsensaure Eisenoxydul (Fer-rum arsenicum oxydulaium, Arsenias ferrosus), welches man am be-sten durch Fällung von Eisenchlorürlösung (§ 309) mittelst arsensau-ren Ammoniaks (§ 402 Anm.) bereitet, ist als äusseres Mittel beiKrebsgeschwüren empfohlen worden. Es kommt natürlich vor undführt den Namen Skorodit, und ist eigentlich ein basisches Oxyd-oxy-dulsalz, dem blauen phosphorsauren Eisen (§ 216) entsprechend. —Man erkennt die arsensauren Salze, sowohl die in Wasser löslichen,als auch die unlöslichen, auf trockenem und auf nassem Wege ganzin derselben Weise wie die arsenigsauren. Die Reactionen sind die-selben, ausgenommen, dass der Silberniederschlag nicht eigelb, son-dern braunroth, der Kupferniederschlag nicht zeisiggrün, sondernblass grünlichblau erscheint, wie schon im vorhergehenden § 114 an-gegeben.

§ 116. Schwcfelarsen. a. Die im Handel unter den Na-men gelber und rother Arsenik vorkommenden arsenikalischen