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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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stand mit ungefähr der zwanzigfachen Menge einer Mischungaus gleichen Tlieilen Aetzkalk und Sauerkleesalz, lässt das Ge-

misch scharf austrocknen, Dringt es in eine an einem Ende"verschlossene Iteductionsröhrc und erhitzt es in der Löthrohr-flarnme vorsichtig bis zum Glühen: bei Anwesenheit von Arse-nik wird sich dieses aufsublimiren und in Gestalt eines grauenMetallspiegels in dem kälteren Theile der Röhre niederschlagen.'—■ Man kann auch, um den gelben Niederschlag auf Arsen zuprüfen, etwas davon mit trockenem Sauerkleesalz mischen undauf der Kohle vor dem LSthrohre erhitzen: die Anwesenheitvon Arsen wird sich durch Entwickelung des dieses Metall cha-rRkterisirenden Knoblauchgeruches zu erkennen geben.

e. Der in Schwefelammonium unlösliche Rückstand (c. A.), worindas eine oder das andere von den in Schwefelammoniurn unlöslichenSchwefelmetallen (Quecksilber, Kupfer, Rlei, Wismuth, Cadmium) ent-halten ist, wird in den Digerirkolben zurückgegeben, mit massig ver-dünnter Salpetersäure Übergossen und eine Zeitlang in gelinder Wärmedigerirt. Bleibt ein ungelöster schwarzer Rückstand: so ist dieserSchwefelquecksilber, und das Metall kann daraus entweder auf trocke-nem Wege durch Erhitzen mit trockener Soda in einer Reductions-röhre, oder auf nassem Wege durch Auflösen in Königswasser undVersetzen der vom überschüssigen Chlor durch Erwärmen befreietenLösung mit Zinnchlorür regulinisch hergestellt werden.

f. Die salpetersaure Auflösung des in Salpetersäure löslichen An-theils vom schwarzen Niederschlage wird geprüft auf:

ct. Wismuth: man verdunstet die Flüssigkeit in einem Becherglaseso weit als thunlicli und verdünnt sie hierauf mit destillirtcmWasser — eine weisse Trübung und Bildung eines weissen Nie-derschlages zeigt das Vorhandensein von Wismuth.

ß. Blei: man setzt zu der durch Wasser nicht getrübten Flüssig-keit einige Tropfen reiner Schwefelsäure: eine weisse Trübungund Bildung eines schweren weissen Niederschlages verräth dieAnwesenheit von Blei.

y. Kupfer und Cadmium: man theilt die durch Schwefelsäurenicht getrübte Flüssigkeit in zwei Theile, prüft den einen mitBlutlaugensalz auf Kupfer, den andern mit Schwefelwasserstoff-wasser auf Cadmium.

g. Die saure Flüssigkeit (b), worin Schwefelwasserstoff keinenNiederschlag hervorgebracht, oder welche, von dem dadurch erzeugtenNiederschlage abfiltrirt ist, kann noch Zink enthalten. Man ermitteltdiess, indem man einen Antheil von dieser Flüssigkeit, woraus allerSchwefelwasserstoff durch Aufkochen entfernt worden, mit kohlensau-rem Ammoniak in Ueberschuss versetzt, von dem etwa entstandenenNiederschlage abfiltrirt und das Filtrat sodann mit Schwefelwasserstoff-wasser vermischt: eine weisse Trübung und Fällung verräth Zink.

1). In dem auf dem Seihetuche zurückgebliebenen Rückstande (a)wird Chlorsilber enthalten sein, wenn das Gift ein Silberpräparat war.Man digerirt diesen Rückstand mit Aetzammoniakfliissigkeit, filtrirtund vermischt das Filtrat mit Schwefelwasserstoffwasser: eine schwarzeTrübung verräth Silber.

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