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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1867
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Malvaceae.

1867

Anwendung. Man gibt «las Kraut und die Blumen der Malven im Auf-gufs oder Abkochung. Aeufserlich werden sie zu Ueherschlägen, zu Bädernu. a. w verwendet; sie machen einen Bestandteil der Species ad Cataplasmaaus, auch nahm man sie sonst noch zu mehreren Compositionen. Die "Wurzeln,so wie die Saamen , werden jetzt kaum mehr benutzt.

Geschichte. Die im südlichen Europa gemeinen Malven wurden schonfrühe von den griechischen und römischen Aerzten innerlich und äufserlich be-nutzt; aufser den Blättern werden auch die Wurzeln in den hippokratischenSchriften genannt. Bei Hartleibigkeit und Verstopfung liefs man Malvenblätterals Gemüse essen , indem man ihnen eine gelind eröiTaende Wirkung zuschrieb.Als schleimiges Mittel dienten sie bei Vergiftungen. Den Saamen rühmt Scribo-nius Largus gegen Strangurie, und Caelius Aurelianus bediente sich derselben inCataplasmen, wo2u auch die W T urzel genommen wurde, welche heutzutage mitgrofsem Unrechte ganz vernachlässigt wird.

Malva Alcea L. Alceen-Malve, Roscnpappel, Siegmarskraut, Stu-dentenblume Eine an Wegen, Ackerrändern, an Zäunen u. s. w. wach-sende, perennirende, krautartige Pflanze, mit zum Xheil fingerdicker, cy-lindrisch - spindelförmiger , ästiger, weifslieher Wurzel; aufrechtem, 2 3Fufs hohem, rundem, starkem, ästigem, unten glattem, oben rauhhaari-gem Stengel, mit sternförmig gestellten Haaren. Die Blätter stehen ab.wechselnd, sie sind gestielt, die unteren /.um Theil ungetheilt, fast schild-förmig, rundlich, herzförmig, fünfeckig, oder mehr oder minder tief fünf-lappig, gekerbt, die obern tünftheilig, mit lanzettförmigen, an der Basisschmäleren Lappen, die tief in drei bis fünf Segmente zerspalten, einge-schnitten-gezähnt und alle mehr oder minder behaart, bisweilen aber auchfast glatt sind. Die Blumen erscheinen im Juli und August achselständigund am Ende, einzeln oder gehäuft, auf kurzen Stielen; sie sind gegen ij/jZoll breit, ausgebreitet, blafs rosenroth ins Violette, mit dunklern Aderngezeichnet und zuigen öfters einen deutlichen Bisamgeruch. Die äufserenKelchblättchen sind vorkehrt eiförmig, stumpf. Die schleimige Wurzelund das Kraut waren sonst unter dem Samen Radix et Herba Alceacofficinell.

Malva moschata L. wächst an gleichen Orten, ist aber viel selt-ner; die Stengel sind mit abstehenden, auf rothen Drüsen sitzenden Haa-ren besetzt; die Blätter sind tiefer eingeschnitten, als bei der vorigen Art,und ihre Segmente schmäler, die Blumen kleiner; die äufseren Kelchlap-pen schmal linienlörmig und scharf zugespitzt, die Früchte dicht behaart,und nicht glatt, wie bei der vorigen. In den späteren Zeiträumen derVegetation hauchen die Blätter einen bisamartigen Geruch aus, was ichbei der vorigen schon an den BUimenknospen wahrnahm.

Sehr verwandte Arten oder Abarten sind noch Malva fastigiataCavanilles (M. Morenii Pollini) und M. decumbens Host, wovon dieerste im südlichen Tyrol und Krain vorkommt, in welcher letzteren Pro-vinz auch die M. decumbens wächst. Nach Tenore unterscheidet sich dieM. Morenii von der M. Alcea durch die weniger eingeschnittenen, untenweifsen (incana) Blätter, so wie durch die doppelt kleineren Corotlen mitleicht ausgerondeten Blumenblattern, wogegen er aber abweichend vonRoch die M. fastigiata besonders aufführt und ihr grol'se umgekehrt herz-förmige, gekerbte Blumenblätter zuschreibt. Reichenbach unterscheidetnoch eine Malva italiea Pollini, die im südlichen Tyrol und im nörd-liehen Italien einheimisch, sich besonders von der M. Alcea durch hand-förmige Blätter und schmale Nebenblättchen auszeichnet, sodann eine inBelgien wachsende Malva Bismalva Bernhard!, mit sehr ästigemStengel (caule ditfuso) fast fünflappigen unteren, und oberen dreilappigenBlättern, mit spitzen, gezähnten Lappen, wovon der mittlere weiter her-vorragt, und am Ende der Zweige in Dolden stehenden Blumen.

Die Wurzeln aller dieser Arten sind sehr weils, und insbesondere solldie der Malva Alcea statt Althccwurzcl von Nimes aus in den Handel ge-bracht werden.

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