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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1840
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1840

Rutaceae.

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sendes Balsamharz, Chlorcalcium, Kalisalz, Spuren von Bit-terstoff und freier Säure. Durch kaltes Wasser wurde ge-wonnen : Stärkmehl, strohgelbes, Kupfersalze fällendes stick-stoffhaltiges Princip, gummiger extractiver Farbstoff, Kalisalz.Kochendes Wasser lieferte noch extractiven Gerbstoff undStärkemehl. Bie Asche des Rückstandes enthielt phosphor-sauren und schwefelsauren Kalk mit etwas Eisenoxyd undKieselerde. Zum medicinischen Gebrauche ist aufser der Rindein Substanz besonders die Tinctur und das alcohoh'sche oderätherisch-alcohoüsche Extract dienlich. Am geeignetsten, aberwäre die frische Wurzelrinde, welche noch ätherisches Oelund vielen Bitterstoff enthält, der durch Trocknen zersetztwird. (Buchner's Repertorium. Bd. 48. pag. 138.)

Anwendung. Man gibt die Wurzel in Pulverform und im Aufgufs, auchBat man eine Tinctura Diclamni albi Sie kam ehedem iu mehreren Composi-tionen , wie Pulvis epilepticus ad Guttetam Ph. Wirt , Orvietanum derselbenPharmakopoe u. s. w. Das Geheimmittel gegen Epilepsie von Sloet von Old-hructenborg soll aus Cortex radier? Dictamni albi mit etwas Zedoaria bestehen.

Geschichte. Sehr wohl kannten die griechischen und römischen Aerzteden cretischen Diptam oder Origanum Diclamnus L. (pag. 489 ) 1 aber es bleibtungewifs , ob sie auch unsern Dictamnus albus anwandten, der ihnen nicht wohlunbekannt bleiben konnte, da er auch in Italien wild wächst. Dieser letzterewurde bereits irn Mittelalter sehr hoch geschätzt, und fast sollte man glauben,die alte Hildegardis habe schon etwas von der oben bemerkten Eigenschaft ge-wufst , dafs dessen Atmosphäre mit einem brennenden Lichte entzündet werdenkann, denn sie sagt wörtlich: Diptamnus calidua et siccus est, et vires lapidiset ignis in se habet, quia ut lapis durus est in .viribus suis et ut calorem habetin igne qui de eo egreditur, ita diptamnus virtuosus est contra infirmitates.INach Joachim Camerarius , der im 16. Jahrh. lebte, wurde der Saame des Dic-tamnus albus, so wie eine Conserva mit Nutzen gegen die Fallsucht gebraucht.Das destillirte Wasser rühmte man gegen die Pest, so wie als Cosmeticum. Einaus den Blumen bereitetes Oel diente äufserlich bei Gliederschmerzen u. 8. w.Dafs man Diclamnus albus nicht mit Origanum Diclamnus verwechseln müsse,würde ich gar nicht erwähnt haben , wenn dies nicht ganz neuerlich wiedervorgekommen wäre. (Hufeland Journal. Januar 1839. pag. 88.)

Familie: RUTACEAE Adr. Jussieu,

Rutaceae.

Krautartige Pflanzen oder kleine Sträucher, die vorzugs-weise im südlichen Europa und in der Levante wachsen, nurselten in den Tropenländern und in der kalten Zone gar nichtvorkommen. Ihre Blätter stehen zerstreut, sie sind öfters un-regelmäfsig zusammengesetzt und mit Punkten versehen, dieder Sitz von ätherischem Oele sind. Bie Afterblätteben man-geln. Die Blumen sind regelmäfsige Zwitter, welche in Trau-ben oder Boldentrauben geordnet sind; sie haben einen vier-oder fünftheiligen Kelch und die Coroile besteht aus einergleichen Zahl von Blumenblättern; die doppelte oder dreifacheZahl derselben findet sich von Staubfäden vor, die sich bis-