1810
Bixineae.
genden Saamen sitzen an den Wänden des Gehäuses. Indem sehr dünnen oder auch fleischigen Eiweifse hegt der lastgerade oder auch gekrümmte Embryo mit seinen blattartigenCotyledonen und nach dem Nabel gewendeten Schnäbelcheneingeschlossen.
Galtung Bixa L. Orleanbaum.
(Sjstem, Linn. Poljandria Monogynia.)
Der Kelch ist fünfblätterig, eben so die Corolle, derGriffel ist einfach und lang. Die Frucht ist eine mit zweiKlappen sich öffnende, aufsen mit steifen Borsten besetzteKapsel; sie enthält acht bis zehn von einem farbigen mehlar-tigen Marke umgebene Saamen.
Bixa Orellana L.
Gemeiner Orleanbaum, Rukubaum, Arnotta,Bischoffsmütze.
(Rumph. Amboin. 2. t. 19. Hayne Bd. 9. lab. 34 Plenk plant, med. lab. 428.
Mann ausländische Arzneipfl. Lief. 1. tab. 4. Zenker merkanlilische Waareu-
kunde Bd. 2. tab. XXXYl.)
Der Orleanbaum ist ein schöner im südlichen Amerikaeinheimischer Baum von mittlerer Gröfse, der jedoch biswei-len strauchartig bleibt. Seine Blätter sind grofs, gestielt,herzförmig-länglich, glatt und glänzend. Die ansehnlichenfleischfarbenen, den Cistrosen ähnlichen Blumen stehen amEnde der Zweige in Trauben und hinterlassen eiförmige, mitrothen Borsten besetzte Kapseln von der Gröfse einer Zwetscheund darüber; diese enthalten ein rothes, klebendes, satzmehl-artiges Mark, welches die Saamen umhüllt.
Officinell ist das eben erwähnte Mark der Früchte: Or-lean, Buku, Orleana, Terra Orleana, Boucou, Urucu,Arnotta, Aschiote.
Gewöhnlich erhält man den Orlean dadurch, dafs man diezerquetschten Früchte mit Wasser einige Tage hinstellt, sodafs eine Art fauliger Gährung entsteht. Es wird jetzt dieFlüssigkeit durch Siebe getrieben, wo der Orlean durchgeht,sich absetzt und durch Abgiefsen vom Wasser gröfstentheilsbefreit wird. Zweckmäfsiger ist das in Bogota gebräuchlicheVerfahren, die Körner frisch unter Wasser an einander zureiben, und den abgeriebenen Orlean schnell durch Siebenund Ablagern von den Saamen zu befreien. Man iäfst ihn soweit trocknen, bis er eine weiche knetbare Masse bildet, die inSchilfblätter eingewickelt und in etwas platten Kuchen von i —3Pfund in den Handel gebracht wird. Der Orlean hat feuchteine lebhaft rothe, ins Gelbe und Braune gehende Farbe, vonweicher knetbarer Consistenz; durch Trocknen wird er hart,