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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1807
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Cistineae.

1807

3,6 Gummi mit äpfelsaurem Kalk, 0,6 Aepfelsäure, 1,9 Wachsund 73,9 eisenhaltigen Sand, nebst ätherischem Oel undVerlust.

Güte, Aechtheit. Die Gute ergibt sich aus den an-gezeigten Eigenschaften. Der eigenthümliche, angenehm aro-matische Geruch, die beträchtliche Löslichkeit in Weingeist,Unlöslichkeit in Wasser, so wie das übrige angezeigte Ver-halten zeugen für dessen Güte. Weingeist soll sich mit ach-tem Ladanum nur goldgelb, nicht bräun oder roth färben.Künstliche Gemische aus Sandarak, Weihrauch , Terbenthin,Druckerschwärze u. s. w. werden sich durch ihren abwei-chenden Geruch, besonders beim Erwärmen zu erkennengeben, auch läfst sich das Gemenge zum Theil durch Behan-deln mit Weingeist und Wasser entdecken, wo die Kohlezurückbleibt. Viel Sand haltendes Ladanum ist als Räucher-werk , wenn es den eigentümlichen balsamischen Geruch derDrogue besitzt, noch brauchbar -"?}.

Anwendung. Ehedem wurde das Ladanum innerlich als nervenstärkendesMittel u. s. w. gebraucht. Man hatte eine Tinctura Ladani und mischte es zumehreren Salben , Pflastern u. s. w. Jetzt macht es nochOfenlacks , des Räucherpulvers und der Räucherkerzen aus.

Geschichte. Schon Herodot kannte das Ladanum, auch wird es in denhippokratischen Schriften als ein Mittel gegen das Ausfallen der Haare gerühmt.Dioscorides rühmt vor allem das cyprische , das aus Arabien und Lybien kom-mende sey schlechter. Das reinste und beste Ladanum bezeichnet Rufus vonEphesus , der wahrscheinlich zu den Zeiten des Trajan (100 post Christum) lebte,folgendennafsen ;

Invenias in Eremborum quoque Ladanon orLe

Gaprarum circa mentuin ; gratissimus illis

Succus is e Cisti folio decerptus amico ,

Imbuti hoc villi, menti laterumque madescunt,

Kon tarnen ad morbos hoc praestat, laudem ab odore,

Egregio quo spirat habet , quod plurima mixta

Pharmaca Erembi habeant , divinis viribus aucta,

Orta solo et campo longe lateque patenti.

Das Ladanum der Araber soll übrigens ein ganz von dem griechischen ver-schiedenes Rauchwerk seyn Man vergleiche Sprengel Institut, pharmacol. Edit.alter, p. i35 und Commentaria in Dioscori.J. p. 402.

*) Tournefort bemerkt, auch das reinste Ladanum sey nicht ohne Unrath,weil der Wind Staub auf die Sträucher treibe, aber um das Gewicht derWaare zu vermehren, mischen, wie er hinzusetzt, die Griechen einenschwärzlichen sehr feinen Sand bei, der in der Nähe der Siräucher sichfindet (Reise in die Levante Bd. 1. pag. io3.) Nach Sieber aber kommt derSand nur zufällig darunter, wenn die Sträucher niedrig sind, und die Riern-chen den erdigen Roden überall bestreifen. Ein schlechtes Ladanum wirdauch von jenen Sträuchern erhallen, auf denen als Schmarotzerpflanze Cy*tinus Hypocistis wächst. Uebrigens sagt weder Tournefort noch Sieher, dafsauf Creta das Ladanum in jene gewundene Form gebracht werde, wie siebei uns 90 gewöhnlich vorkommt.

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