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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Malpighiaceae.

I

lta»ia»iie im Jahre Kii5 durch Bachelier ebenfalls aus Co »stantinopel, die Her-ren Merat und Leos versichern , sie hätten noch vor wenigen Jahren das ersteIndividuum gesehen , das man in einem der Höfe des Hotel Soubise in Paris ge-pflanzt haue. Die Rinde schlug zuerst 1720 der Präsident Bon der Pariser Aka-demie als Fiebermittel vor; doch trug die eigne Schrift, welche Zanichelli 1733in Venedig herausgab, am meisten dazu bei, dafs die Aorzte sich mit diesemneuen Arzneimittel befafsten. Die Wirtemberger Pharmakopoe vom Jahre 1760enthält diese Binde, wo aber zugleich auch gesagt wird, dafs sie erst seit weni-gen Jahren im Gebrauche sey. Im Jahre 1768 übergab ein gewisser Joseph.HeidelofT der pfälzischen Akademie der Wissenschaften einen Aufsatz über denNutzen der Rofskastanie, in dem er die Früchte als Kaffeesurrogat em-pfiehlt und auch , wie Medicus bezeugt, ein Pulver daraus darstellte, das denvollkommenen Geruch und die gute Farbe des guten Kaffees, nicht aber dessenGeschmack halle. In neuern Zeiten hat besonders Hufeland die gerösteten Ka-stanien als Arzneimittel empfohlen. Man sehe Hoppe: Neues System der Heil-mittel Bd. 2. pag a9o Dcber die sonstige Anwendung sehe man noch Oekono-misch - technische Botanik. Bd 1. pag. i3i.

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Familie: MALPIGHIACEAE Jussmi.

Malpighiaceen.

Eine Gruppe von Bäumen oder bisweilen kletterndenSträuchern, die vorzugsweise in sehr warmen Ländern, zu-mal im heifseren Amerika wohnen , und von denen keine Artin Europa wild wächst. Die Blätter stehen gegen einanderüber und sind meistens mit Nebenblattchen versehen. DieBlumen sind zu Trauben oder Rispen geordnet, ihre einzelnenBlüthenstielchen haben in der Mitte ein Gelenk nebst zweiDeckblättchen. Der Kelch besteht aus fünf bleibenden nurwenig verwachsenen Segmenten; Fünf genagelte Blumen-blätter sitzen auf einer Nectarscheibe; bisweilen sind sie un-gleich, selten fehlen sie ganz. Mit den Blumenblättern al-terniren zehn Staubfäden, selten sind es weniger oder garnur ein einziger, auch sind sie bisweilen bündelweise ver-wachsen. Der gewöhnlich dreilappige Fruchtknoten trägtdrei getrennte oder verbundene Griffel mit oft kopfigen Nar-ben. Die Frucht ist trocken oder beerenartig, in drei Fächerfetheilt, die jedoch nicht immer alle ausgebildet werden. Je-es Fach enthält einen einzelnen hängenden eiweifslosen Saa-meh. Der Embryo ist gerade oder auch mehr oder wenigergekrümmt, seine Cotyledonen sind oft etwas dick und fleischig,und das kurze Schnäbelchen nach oben gewendet.

Die Gattung Malpighia selbst, in die Decandria Tri-

ynia gehörend, enthält keine bei uns officinellen Gewächse,

och sind folgende Species kurz anzuführen.

Malpighia glabra L. Glatte Malpighie, Barbadoskirschc, ein inWestiadien und Südamerika einheimisches Bäumchen mit eiförmigen BJät-tern, in deren Winkeln die glänzend rosenrothen Blumen doldenartig ste-hen. Die Früchte haben das Ansehen kleiner rother Kirschen, sie schmek-ken säuerlichsüfs und dienen als diätetisches Mittel in Entzündungsfiebernund Gallenkrankheiten.