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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Jonidieae.

Officinell sind die Blumen: Flores Violarum seuViolaria e; ehedem auch die Wurzel, Blätter und Saamen.Radix, Herba et Semen Violae odoratae. Die Wur-zel ist kaum strohhalindick, ästig, mit einer Menge zarterFasern besetzt, hellgrau; der meistens über der Erde stehendeWurzelhals ist beinahe federkieldick, zum Theil in zwei undmehrere Theile getheilt und mit den Resten der Blattstielehalb ringförmig besetzt, die ihm das Ansehen von wahrerIpecacuanha geben. Frisch ist dieser Theil meistens grün-lich, mit braunen erhabenen Ringen, trocken, wie die übrigeWurzel, hellgrau ins Gelbliche, innen weifs, etwas holzigund von einer graulichen Rinde umgeben. Der schwach vio-lenartige Geruch der frischen Wurzel verliert sich an dertrocknen, sie schmeckt anfangs süfslich, dann reizend scharf,speichelerregend, zuletzt der Senega ähnlich. Zur Herbst-zeit scheint sie am kräftigsten zu seyn. Einen ähnlichen , dochmehr schleimigen und schwächeren Geschmack haben diegeruchlosen, im trocknen Zustande graulichen Blätter. DieBlumen haben frisch den bekannten angenehmen Geruch; vor-sichtig und schnell getrocknet und in verschlossenen Gefäfsenvor dem Einflüsse des Lichts und der Luft bewahrt, behaltensie ihre Farbe, und zum Theil auch den Geruch lange; sieschmecken süslich, etwas schleimig, später ziemlich reizend,ähnlich der Wurzel, doch etwas schwächer. Die Saamensind oval, weifslich, glatt und schmecken den Blumen ähn-lich. Die Wirkung aller Theile ist Brechen erregend.

Vorwaltende Bestandtheile sind Violin (siehe denersten Band), bei den Blumen noch feines ätherisches Oelund blauer extractiver Farbstoff. Nach Boullay enthaltenalle Theile dieser Pflanze, Wurzel, Blätter, Blumen und Saa-men den Brechen erregenden Stoff. Auch ist Ammoniak inderselben enthalten.

Güte, Verwechslung. Die Güte ergibt sich aus dergegebenen Beschreibung, alle Theile der Pflanze müssenein frisches unverdorbenes Ansehen haben, den eignen Ge-schmack und die Blumen auch ihren Wohlgeruch besitzen.Eine Verwechslung dieser mit jenen der Viola hirtaundcanii.a gibt die Geruchlosigkeit, und die gewöhnlich blassereFarbe zu erkennen. Viola odorata unterscheidet sich fernervon ersterer durch ihre Ausläufer, die der Viola hirta fehlen;auch sind die Blätter von dieser weit stärker behaart. Violacanina hat aufserdem noch einen ästigen Stengel, welcherdem wohlriechenden Veilchen mangelt.

Anwendung. Jetzt braucht man meistens nur noch die Blumen, zumTheil unter Species, mehr um ihnen ein schönes Ansehen zu geben, sie gehör-ten zu den Flores quatuor cordiales. Gebräuchlich ist noch der SyrupusViolarum. Würde er mit Lakmus vermischt, so zeigt dies die Reactionsartdieses letzteren, andere blaue Pflanzenfarben, denen man Violenwurzel zusetzte,