Tropaeoleae.
1633
Tropaeolum raajus L.
Grofse Kapuzinerkresse, indische Kresse, spa-nische Kresse, gelber Rittersporn.
(Plenk plant, med. t 294. Cardamindum ampliori folio et majori flore. Feuille"(Schreibung zur Arznei dienlicher Pflanzen. Nürnberg lyöfj. Vol. 3. tab. 8.
fig. superior.)
Eine jährige, in Peru einheimische, bei uns häufig zurZierde cultivirte Pflanze, die von der Mitte des Sommers bisin den Herbst blüht. Die Stengel sind rankend und windend;die Blätter stehen abwechselnd auf langen dünnen Stielen,die in der Mitte des Blattrückens befestigt sind (folia peltata),sonst sind sie scheibenrund, am Rande etwas ausgeschweift»nd nur ganz undeutlich gelappt, glatt und graugrün. Dieansehnlich grofsen schönen Blumen sind mehr oder wenigerdunkel pomeranzengelb, seltner braun (Tropaeolum fuscatum);auch der Kelch ist gefärbt und endigt sich in einen langenSporn. Die fünf Blumenblätter sind an der Basis viel schmä-ler, oben zugerundet und am Rande gefranzt. Die Früchtesind rundlich-nierenförmig, von dicht fleischiger Consistenz,fei der Reife von schmutzig gelber Farbe und runzlich; essind ihrer immer drei miteinander verwachsen.
Officinell sind das Kraut und die Blumen. Herba etMores Nasturtii indici seu Cardami majoris. DieBlätter schmecken angenehm scharf kressenartig; die Blu-men haben frisch einen starken angenehmen Geruch und an-genehm scharfen Geschmack.
Vorwaltende Bestandtheile: scharfes ätherischesöel. Apotheker Müller in Medebach fand in 2000 Theilender ganzen Pflanze: ätherisches Oel 43,5, fettes Oel 7,25,fropaeolsäure 17,50, Schwefel 3,5, Eiweifsstoff 59,50,Weichharz 50.25, Hartharz 9,5, Amylum 25,0, bitteren Ex-tractivstoff 179,5, künstliches Gummi 21,0, eisengrünendenGerbstoff 7,5, Gummi 76,5, Phyllochlor 79,0, verhärteten Ei-weifsstoff 50,0, färbenden Extractivstoff 33,0, Mangan undEisenoxyd 9.5, Schwefelsäure 11,5, Aepfelsäure 0,125, Salz-säure 58,0/Kalk 17,25, Kali 3,125, Kieselerde 45,0, Thon-erde 1,5, Pflanzenfaser 92,50, Feuchtigkeit 64,6, VerlustH,0. — Die Tropaeolsäure hat ihren Sitz hauptsächlich inden Früchten. Das ätherische gelbe Oel hat einen, die Au-gen heftig reizenden Geruch und sehr scharf brennenden Ge-schmack: auf die Haut gebracht, zeigt es die WirkungenJ«s Senfols, nur in weit höherem Grade. Annal. der Pharm.ß d. 25. pag. 207.
Geigers Pharmacie II. 2. (2<e Aufl..) 103