Fumariaceae.
1597
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salzsaures Kali, weinsauren und schwefelsauren Kalk, nebstWasser. Der Krautrückstand enthielt dieselben Bestandteile,nebst grünem Weichharze und Holzfaser. In dem ExtractuniFuraariae entdeckte Winkler eine neue Säure, die Fumar-säure (siehe Buchner's Repert. Bd. 39. p. 48.), auch in demfrischen Safte der Pflanze ist sie nachgewiesen worden. (Ibid.p. 368.)
Güte, Verwechslung. Die Güte des Krauts gibtdas grüne Ansehn zu erkennen. Es wird, an feuchten Ortenaufbewahrt, leicht schwarz und schimmelig, welches, so wiewenn zu viele Stengel dabei sind, verworfen werden mufs.Statt der wahren F. officinalis hat man auch folgende Arteneingesammelt.
Fumaria Vaillantii Loiseleur. (Magazin für Pharm. Bd. 14.tab. 2. fig. 1. Hayne Bd. 5. tab, 4.) Die Pflanze ist meistens niedriger alsder gemeine Erdrauch, mehr ausgebreitet ästig; die Blatteinschnitte schmallinien- oder linien-lanzettförmig, länger als von F. officinalis, die Blumensind dunkler roth, die Früchte kleiner, rundlich, zugespitzt und nicht ein-gedrückt. Nach Boch lieg das Hauptunterscheidungszeichen in den Kelch-blättchen, die sehr klein, schuppenförmig, nur mit der Lupe zu erkennen,schmäler als die Blumenstielchen sind.
Fumaria parviflora Lamark. (Magazin für Pharm. Bd. 14. tab.2. fig. 2. Beichenbach Ieonographia botanica s. plant, criticae. Vol. 1. tab.5o. lig. 102.) Der Stengel ist mehr liegend, oft gestreckt; die Blattein-schnitte weit feiner, schmal linienförmig, rinnenförmig, die Blümchen vielkleiner und immer weifs, die rundlichen Caryopsen zugespitzt, nicht ein-gedrückt; die Kelchblättchen sind 6mal kürzer als die Corolle und ebenso breit, als die Blumenstielchen *).
Nach Steinheil soll man alle jene Erdraucharten nicht zum medicini-scbenGebrauche verwenden, welche breitere Blättchen, rankenförmig sichwindende Blattstiele und sehr »erwickelte Bclchsporne haben, indem erdiesen Formen eine purgirende Eigenschaft zuschreibt.
Anwendung. Man gibt von dem Erdrauche den frisch ausgeprefsten Saft,den Aufgufs oder das Decoct, selten das Pulver. Ein Pfund des Krautes liefertungefähr 4 Unzen Extract, sonst hatte man auch noch eine Conserva, Essentia,Sjrupus, Aqua destiüala , Oleum Fumariae.
Geschichte. Den Erdrauch der alten Aerzte bezog man gewöhnlich aufFumaria parviflora, weil diese Art in Griechenland wie in Italien sehr gemeinist, ich glaube aber von dieser Meinung abweichen zu müssen. Der Name Fu-maria ist, wie Dioscorides sagt, von dem scharfen Safte abzuleiten, der gleichdem Rauche (Fumusi den Augen Thra'nen entlockt Diese Schärfe rindet sichnicht in der F. parviflora , wohl aber in der wahren F. media, so wie in derF. capreolata L. **;, welche letzlere nach Holl in Italien unter dem Namen Fu-maria maggiore officinell ist, wahrend man da den gemeinen ErdrauchFumaria minor nennt. Trommsdorff neues Journal Bd. 12. N. 1. p»g- 115.
*) Man vergleiche auch Holl die Verwechslungen und Aehnlichkeiten der wich-tigsten officinellen Pflanzen tab. 12.
**) Diese Fumaria capreolata wächst auch hie und da in Deutschland, nachKoch findet sie sich an Zäunen und an Schutthaufen , auch in Istrien undder Schweiz. Ihre Blümchen sind weifs oder gelblichweifs, auf dem Rückenzuweilen purpurfarben, an derSpilze Schwarzroth ; die Kelchb'ättchen sindhalb so lang als die Corolle; die Früchte rundlich, sehr stumpf, in fla-chen Trauben stehend. Die Stengel sind höher als an der gemeinen Art,
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