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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Cruciferae.

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Raphanus sativus L.Ge-ineiner oder Gartenrettig, Rübenrettig.

(Blackwell Herb. tab. 87. Plenk plant, med. tab. 5i8. Hayne Bd. u. tab. 41.

Der gemeine Rettig ist eine jahrige oder zweijährige inChina einheimische, bei uns häufig cultivirte Pflanze, mit dik-ker, runder, rübenartiger oder spindelförmiger, fleischig saf-tiger Wurzel. Der Stengel ist 1 2 Fufs hoch und höher,ästig, mehr oder weniger häufig mit rauhen Borsten besetzt;auch die leierförmig gefiederten Blätter sind mit rauhen Haa-ren versehen. Die.Blunien erscheinen im Juni bis Augustam Ende der Stengel und Zweige; sie bilden kurze Traubenauf steii behaarten Stielen, und haben borstige Kelche undweifse oder blafsviolette Corollen. Die Früchte sind 1 2Zoll lang, länglich-cylindrisch, aufgetrieben, kegelförmigzugespitzt, etwas gebögen, glatt und enthalten 23 rund-lich stumpfeckige, pfefFerkorngrofse, fast hellbraune Saamen.

Es gibt eine Menge durch Cultur erzielte Varietäten, diezum Theil ziemlich constant sind. Dahin gehören nach De-candolle

1. Der gemeine Rettig, mit weifser oder rosenro-ther, meistens kleiner fleischiger Wurzel, wozu die rundlichenund länglichen Monatrettige oder Radieschen gehören, so wieder Oelrettig, oder der sogenannte chinesische Rettig.

2. Der schwarze Rettig, mit dicker (oft 610Pfund wiegender) aufsen schwarzer Wurzel, von mehr com-pacter korkartiger Consistenz. Dahin gehören die Winter-und Som in errettige; der korinthische Rettig, welcher halbüber der Erde stehend, unter derselben sich in mehrere Aestetheilt.

Officinell ist die frische Wurzel vom schwarzen Ret-tig: Radix Raphaiii nigri seu hortensis. Sie hateinen eigentümlichen, flüchtig scharfen, kressenartigen, zumTheil widerlichen Geruch und mehr oder weniger scharfenbitterlichsüfsen Geschmack. Die schwarzen Rettige sind inder Regel shärfer, als die weifsen.

Vorherrschender Bestandtheil: scharfes ätheri-sches Oel, worüber der erste Theil zu vergleichen ist.

An wem] ung. Man gebraucht vorzüglich den ausgepreisten Saft der Rettigeals antiscorbutisches Mittel bei Brustkrankheilen u. s. w. Aeufserlich dient erals Rubefaciens. Sonst hatte man auch eine Aqua destillata et SvrapusRaphani nigri. Die Saamen enthalten viel fettes Oel.

Geschichte. Der Rettig wurde in den ältesten Zeiten weit häufiger, alsgegenwärtig, von den Aeraten als Heilmittel angewendet; er kommt öfters scho»in den hippokratischen Schriften vor. Die Wurzelrinde , zumal mit Essig undHonig genommen, war ein gewöhnliches Brechmittel, eben so der Saame, ausdem die Aegyptier ein fettes Oel prefsteu , dessen sie sich zu den Speisen bedienten; die Griechen wendeten e« nur äufserlich an.

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