1492 Berberideae.
Familie: BERBERIDEAE Venlenat.
Berberideae.
Es sind Sträucher oder krautartige perennirende, gros-sentheils glatte Pflanzen, die vorzugsweise in den gemäfsig-ten Gebirgsgegenden der nördlichen Halbkugel wohnen; nurwenige fand man in den südlichen Theilen von Amerika, sowie in Australien. Die Blätter sind einfach, oder bisweilenzusammengesetzt, abwechselnd, gestielt, welcher Stiel öftersstehen bleibt und nicht selten in einen einfachen oder drei-theiligen Dorn übergeht. Die allezeit gelben Blumen kom-men einzeln oder in Trauben geordnet aus den Blattwinkeln.Der Kelch besteht aus sechs eine doppelte Reihe bildendenBlättchen, wovon die äufseren kleiner und mit Schuppen ver-sehen sind. Jedes der sechs Blumenblätter zeigt an dem Na-fel zwei Drüsen. Staubfäden sind in gleicher Anzahl vor-anden. Der einzelne Fruchtknoten trägt ohne Griffel einekreisrunde, in der Mitte genabelte Narbe und hinterläfst eineeinfächerige, zwei- bis dreisaainige, an der Spitze genabelteoder offene Beere. Die länglichen, von einer dichten Deckeumgebenen Saamen haben ein fleischiges Eiweifs, blattartigeelliptische Cotyledonen und ein langes an der Spitze etwasverdicktes Wü'rzelchen.
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Gattung Berberis L. Berberitze.
(Systeui. Linnaei. Hexandria Monogynia.*!
Der sechsblätterige Kelch ist von drei Nebenblättchenumgeben. Die Corolle besteht aus sechs Blumenblättern, de-ren jedes am Grunde mit zwei Drüsen versehen ist. DieStaubfäden sind zahnlos, zusammengedrückt, am Ende er-weitert und abgestutzt, und tragen an beiden Seiten die An-therenfächer. Die Frucht ist eine zwei- bis dreisaamige Beere.
Berberis vulgaris L.Gemeiner Sauerdorn, Essigdorn, Berberitze,Sauerach, Weinschädiing, Erbseibeere, Wein-äugleinstrauch, Weinzäpfel, Rhabarberbeere,Reifsheere, Peiselbeere u. s. w.
(Blackwell Herb. tab. i65. Plenk plant, med. lab. 252. Hayne Band 1. tab. 41.
Düsseldorf. Samml. Lief. 2. tab. 12. Mann Deutschi, wildwachsende Arzneipfl.
6. Lief. Guimpel et v. Schlechtendal. t. 23. Berberis irritabilis Salisb.*).)
Ein auf trocknen Hügeln. zumal auf Kalkbergen in denmeisten europäischen Ländern, so wie in Klein - Asien, am
*) Leber die Reizbarkeit der Staubfaden des Berberitzenstrauchs sehe manGöppert in der Linnaea, Juliheft 1829, und Brandes pharmaceutischc Zei-tung, 4. Jahrg, pag. 349-