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Myrlaccac.
(die Corolle), gedrückt geben sie kein Oel von sich, und er-wärmt verlieren sie bald fast allen Geruch und Gesohack.Künstlich nachgemachte Nelken, aus Nelkenpfeffer, Pulver,Brod u. s. w. möchten kaum vorkommen, da dieser grobeBetrug sehr leicht zu erkennen seyfl wurde.
Anwendung' Man gibt die Nelken in Substanz, gewöhnlich andern Pul-vern ? Pillen oder Latwergen beigemengt. Unter allen organischen Gebilden lie-fern die JNägclein am meisten ätherisches Oel, so dafs aus einem Pfund imDurchschnitt 4 ~ 5 Unzen und mehr erhalten werden können. Aufser demOleum aethereum hat man als Präparate: Aqua destillata und T i n c-tura Caryophy llorura , sonst kommen die Nelken so wie deren ätherischesOel noch zu vielen aromatischen Compositionen , wie T i n c t u r a aromatica,Species aroniaiicae, Electaarium Theriaca, Empiastrum aro-maticum, Balsamum aromaticum, B. V i tae Hoffmanni u. s, w.Ihre Benutzung als Gewürz an Speisen u. s. w. ist allgemein bekannt. Dietheuern Mutternelken werden in neueren Zeiten fast gar nicht mehr benutzt.
Geschichte. Die Nelken sollen den Aegypiiern bereits im hohen Alter-thume bekannt gewesen seyn; man schliefst diefs aus einem Sarcophag, dessenMumie mit einer aus Nelken gefertigten Halskette behängt war. Zu den erstengriechischen Schriftstellern, die dieses Gewürz erwähnen, gehören Actius undAlesander Trallianus, letzterer war ein Arzt aus Lydicn , der gleich dem Aetiusim 6ten Jahrhunderte lebte; er rühmt die Nelken als ein iVJagenmittel und beipodagrischen Beschwerden; ersetzte sie ?chon Abführungsmitteln zu und mischtesie mehreren zusammengesetzten Mitteln bei , wie dem Antidolum podagricumAgapeti, dem Diacorailion u. s. w. Paulus von Aegina , der ungefähr ein Jahr-hundert spater lebte, bemerkt, dafs die Nelken von einem indischen Baumekämen, und nicht nur als IVJedikamer.it , sondern auch zum Würzen der Speisensehr geeignet seyen , und AcLuarius gibt schon eine Formel zur Verfertigung vonRlagenpasiillen (Orbiculi stomachici). die nebst andern indischen Gewürzen auchNelken enthielten. Unter den Römern nennt zuerst Plinius die Garyophylli,allein er beschreibt sie so kurz und undeutlich, dafs mau wohl annehmen kann,er habe sie nie selbst gesehen, daher auch die Camraentatoren des Plimtss überdiese Stelle nicht einig sind; wahrend Salmasius diese Garyophylli wirklich fürunsre Nelken hielt, glaubte Scaliger, dafs es eher die Cubeben waren, welcherAnsicht noch in den jüngsten Zeiten Zenker in Jena beilrat. Ja dem berühmtenKochbuche des Apicius kommen keine Nelken vor, und erst der weit spätereAemilius Macer spricht ausführlicher von ihren Heilkräften. Die arabischenAerzte erwähnen häufig die Nelken, und wenn Avicenna sie mit Oliren ver-gleicht , so sind darunter wohl unsere Mutternelkcn zu verstehen. Derselbe er-wähnt auch ein Gummi , das sich unter den Nelken vorfinde , was man, soviel mir bekannt, in neueren Zeiten nicht beobachtete, allein Clusius, der iml6. Jahrb. lebte, sah es allerdings noch und gibt auch eine Boschreibung davon.Rumph meint, man habe vielleicht absichtlich irgend ein Harz beigemischt; in-dessen mag es auch wirkliches Nelken-Gummi gewesen seyn; es werden nämlichoft ganze Anlagen dieser Gewürzbaume durch Würmer, weiche die WurzelnLenagen, zerstört, wo dann die Baume, che sie abstarben , Gummi absondern.Mesue hat schon ein Electuarium aromaticum caryoph) Ilatum und andere ähn-liche Zusammensetzungen. Einer der ersten, der eine zuverlässige und gute Be-schreibung des Ntlkenbaums lieferte, ist der schon oft angeführte Garcias abHorto. Ohne Zweifel kamen die Nelken zuerst durch die Araber nach Europa,und noch im Mittelalter wurden sie aus Alexandrien nach Venedig gebracht,und von da in die übrigen europäischen Länder verbreitet; auch handelten früherdie Chinesen mit dieser beliebten Drogue, die sie um so wohlfeiler von den Be-wohnern der Moiucken erhalten konnten, da diese sie nicht sehr achteten, imJahre i524 kamen die Portugiesen in jene Gegenden, wurden aber schon 1^99ton den Holländern verjagt, die, nachdem >6z3 die Engländer die Moiuckenverlassen mufsten, kurze Unterbrechungen abgerechnet-, in dem alleinigen Besitzder Gewürzinseln blieben, und da vom Geize und Habsucht verleitet durch Aus*