Corneae.
1363
mit dem Saamen, Semen Seseleos aethiopiei. Die Wur-zel hat einen starken, der Angelica ähnlichen Geruch undscharfen, aromatisch bittern, beifsenden Geschmack, auch dieSaamen riechen und schmecken ähnlich aromatisch.
Vorwaltende Bestandteile: ätherisches Oel, Harzund bittrer Extractivstoff; ist näher zu untersuchen.
Anwendung Man gibt die Wurzel in Pulver; das Volk benutzt einenAufgufs mit Bier als Magenmittel; auch die Thierärzte wenden sie an. DerSaame wurde sonst statt dem des Tordyliuru ofBcinale , und zwar vorzugsweiseverwendet.
Geschieh te. Den alten deutschen Aerzten entging diese aromatische Doldenicht, allein nach den Ansichten jener Zeit glaubten sie sie in den Schriften derGriechen und Römer schon beschrieben zu finden. Fuchs hielt sie für das Seseliaethiopicum , Mathiolus für ein Ligusticum , Tabernaemontanus für eine Liba-nons u.s.w Bei dieser Uneinigkeit kounte die Pflanze keine feste Stelle in demArzneischalze erhalten, und obgleich Linne sie in seine Materia inedica aufnahm,so ist sie doch im Ganzen wenig von den Aerzten benutzt worden.
Laserpitium Siler L. Berglaserhraut; grofser Rofskümmel; eineauf Bergen und Voralpen durch die ganze Alpenkette und auf der Alpim Wirtembergisehcn wachsende ausdauernde Art, mit rundem gestreiftemStengel, ganz glatten, doppelt oder dreifach zasammengesetzten Blättern,deren Blättchen lanzettförmig, ganz oder dreilaupig sind. Die Pflanze istder vorigen sehr ähnlich; ihre Früchte sind schmäler, länglich-linienför-mig und die herabgeschlagenen, stehen bleibenden Griffel an der Fruchtangedrückt. Offlcinell ist die Wurzel und die Frucht mit dem Saamen:Radix et Semen Sileris montani, seu Seseleos. Zorn erwähntdie Pflanze unter dem Kamen Levisticum italicum s. verum officinarum.Die Wurzel riecht und schmeckt der vorigen Art ähnlich , auch der Saa-me hat einen stark aromatischen Geruch und gewürzhaft bittern Geschmack.Durch Destillation soll man ein blaues ätherisches Oel aus ihm gewinnen.Die Alpenbewohner benutzen ihn als Gewürz und kauen die Wurzel gegenZahnweh. Man vergleiche oben Tordylium ofücinale pag. 1809.
Laserpitium Arch angelica Wulfen. L. Chironium S copoli.Eine in Brain und auf den Sudeten einheimische perennirende Art, mitdicker , spindelförmiger, oben knolliger, nach unten armförmig vcrtheilter,aulsen weifsgelber Wurzel: fünf bis sieben Fufs hohem, gefurchtem, ge-flecktem, rauhhaarigem Stengel; rauhen, der wahren Angelica ähnlichen,aber oben dunkler grünen, unten blasseren Blättern; grolsen, gedrängten,hohlen, behaarten Dolden und anfangs purpurröthliehen, dann weifsenBlumen. Die Wurzel: Radix Panacis Chiron!! seu Heraclii, lie-fert nach Boerhave einen gelben, scharfen, aromatischen Milchsaft, wel-cher zu einem dem Opopanax ähnlichen Gummiharz erstarrt. Die Saamensind gewürzhaft.
Familie: CORNEAE Decandolle.C 0 r n e e n.
Eine kleine Gruppe von Bäumen und Sträuchern, seltnerKräutern, die vorzugsweise in der gemäfsigten Zone dernördlichen Hemisphäre, zumal in Nordamerika, seltner in denTropenländern wohnen. Ihre Blätter, meistens gegen einan-der über stehend, sind ganz oder gezähnt; die Blumen stehenkopfförmig vereint, in Dolden oder Doldentrauben, oft von
3
■