Umbelliferae.
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Astrantiae s. Magistrantiae (Kunze Waarenkunde tab.XXVII. fig. i.) Sie mufs von mehrjährigen Pflanzen früh imFrühjahre gesammelt werden. Trocken sind diese Wurzelnfinger- oder daumensdick, oft auch dünner, 4—8 Zoll lang,häufig; hin und her gebogen, bisweilen ästig, etwas plattge-drückt oder rundlich, geringelt und gegliedert, der Längenach runzlich, mit Höckern und Warzen besetzt, hart undrauh anzufühlen, aufsen dunkelgraubraun, innen weifslich, mitvielen gelblichen harzreichen Punkten besetzt. Sie riechtstark, der Angelica etwas ähnlich und hat einen äufserstaromatischen, beifsenden, lange anhaltenden, den Speichelerregenden Geschmack.
Vorwaltender BestandtheiJ: Imperatorin. Man sehedie Erfahrungen von üsann und Wackenroder in Jena in Bran-des Archiv Bd. 37. pag. 341 — 359. Von 4 Unzen Wurzeinerhielt Osann nur einige Tropfen flüchtiges Oel von schwachgelblicher Farbe und durchdringendem eigenthümiichem Ge-ruch, mit starkem anhaltendem, brennendem, etwas kamphor-arf/gem Geschmack. Raybaud erhielt aus 100 Pfund frischerPflanzen von Paris drei Unzen fast weifses ätherisches Oelvon starkem Gerüche, dem der Imperatoria selbst ganz ähn-lich. Nach Bartels liefert das Pfund Wurzel 1 Drachme Oel.
Die Güte ergibt sich aus dem frischen Ansehen, demstarken Gerüche und scharfen Geschmacke. Trotz der Schärfewird sie leicht von Insekten zernagt und mufs dann verwor-fen werden.
Anwendung, Man gibt die Meisterwurzel in Pillen- und Pulverform, imAufgufs; äufserlich in Salben u. s. w An Präparaten hatte man: Aqua, Oleumessentiale, Tinctura, Extractum I nipera t o ri a e ; auch machte sieeinen Bestandteil der Essenlia alexipharmaca Stahlii und anderer älterer Com-positionen aus. In der Thierarzneikunde benutzt man sie häufig ; sie soll aucheinen Bestandteil des grünen Käses (Schabzieger), der in Glarus verfertigt wird,ausmachen.
Geschichte. In dem 10. Jahrhunderte erwähnt schon Macer Floridus inseiner Schrift ,, De herbarum virtutibus" die Meisterwurz unter dem Nauieu «Struibion, ostrutium quod vulgi more vocatur." Leonhard Fuchs nannte die PflanzeLaserpitium germanicum und schrieb ihr alle die Heilkräfte zu, welche dieGriechen von ihrem Silphium rühmten. Unter dem Namen Meisterwurzel liefssie schon Hieronjmus Traguu abbilden, hielt sie aber für das Smyrnion des Dios-corides. Die jetzt übliche Benennung Imperatoria scheint besonders durch Ta-bernaemontanus bekannter geworden zu seyn und deutet auf ihre vielfältigenroediciuischen Tugenden. Imperatoria, quae ob raras et praestantes facultates sienominata fuit , sagt Caspar Bauhin. Schon zu den Zeiten des Macer Floridusdiente sie gegen Gelbsucht und andere Krankheiten der Leber, gegen Steinbe-schwerden, Blutspeien , gegen Aussatz (wo sie in den jüngsten Zeiten wieder ge-rühmt wurde) u. s. w. Das Pulver soll ein fast eben so gutes Niesemittel »ejn,als das von der Wurzel des Veratrum album.
Th apsia f oetida L. (Blackwell Herb. t. 4&) ) Stinkende Thapsie,wilder Turbith. Eine in Spanien, Italien und Griechenland einheimischeausdauernde Pflanze, mit dicker fleischiger Wurzel, tottigem Stengel; ku-Geigtn Pharmaeie II. a. (a«e Aufl.) 86