1910
Burseraceae.
s
lichem, doch zugleich süfslichein Gerüche und mehr erwär-mend gewürzhaftem, als bitterm Geschmack. Bonastre be-schreibt diese Drogue als eine neue Myrrhe *), die manvon der wahren auf folgende Weise unterscheidet. GleicheTheile Salpetersäure entwickeln in der Tinctur der wahrenMyrrhe eine rosenartige rothe, manchmal violette oder Wein-hefenfarbe, dagegen eine leichte gelbliche Farbe in der neuenoder falschen Myrrhe #*)•
Am häufigsten wird die Myrrhe mit arabischem, Senegalund ähnlichem, selbst Kirschgummi verfälscht, welches (wieman sagt) mit Myrrhenauflösung überzogen und der Myrrheso ziemlich ähnlich gemacht wird. Diese Stücke sind meistensziemlich hell, doch zum Theil auch dunkelbraunroth, mehrdurchscheinend, auf dem Bruche glänzend, muschelig und imInnern geruch- und geschmacklos, zwischen den Zähnenklebend, während Myrrhe mehr sich verkrümelt 4'f**.'?}. Auchblafsgelbe, wenig durchscheinende, im Bruche wachsglän-zende, im Innern geruch- und geschmacklose, mit Myrrheüberzogene fremde Gummistücke und auf gleiche Art beban-delte Harze sollen mit der Myrrhe vermengt vorkommen, jaValerius Cordus spricht von einer Verfälschung mit Aloe.Aufser dem fremdartigen Geruch und Geschmack im Innernunterscheiden sich die Harze noch durch ihre Schmelzbarkeitin der Hitze.
Eine der Abkunft nach sehr räthselhafte Substanz, dieder Myrrhe bisweilen beigemischt vorkam, und sehr gefähr-lich , ja giftig wirken soll, ist das von Galen beschriebeneOpocalpason, auch Bdellium Opocalpason genannt;A'on der jedoch Guilandin behauptete, sie komme mit der Myrrheselbst von einem und eben demselben Baume. Nach Virey istes eine zähe, wachsartige, rostfarbene, der Myrrhe ähnliche,bittre, aromatische Substanz.
Anwendung. Man gibt die Myrrhe in Pulvern und Pillen, auch Mixturenbeigemengt, und wendet sie auch äufserlich an. An Präparaten hat man eineTinctura Myrrhae, mit Alkohol zu bereiten, ferner ein Extractumaquosum, durch Ausziehen mit heifsem Wasser, Durchseihen nach dem Er-kalten und Inspissiren bereitet, besser durch Ausziehen in der Reatschen Presse mitlauwarmem Wasser. Ein Pfund gibt auf diese Art 8 — 9 Unzen Extract. Redtelerhielt aus to Pfund Myrrhe 9-Vjj Pfund Exlract Durchaus zu verwerfen ist dieMethode, die Myrrhe erst mit Weingeist zur Tinctur zu extrahiren und den un-löslichen Rest auf Extract zu benutzen. Ferner bat man noch das Myrrhenöloder Flüssigkeit, Oleum, Li qua tuen, seu Liquor Myrrhae, welchesman sonst erhielt, indem Myrrhenpulver in ein hart gesottenes, vom Dotter
*) Diese neue Myrrhe kommt schon bei Dioscorides und andern allen Schrift-stellern unter dem Namen Myrrha Caucalis vor, und dürfte wohl mitdem unten beschriebeneu indischen Bdellium einerlei seyn.
**) Annales des Sciences d'Ohservalion T. z. Avril 1829. p. 143. Man seheauch Annalen der Pharmacie^Bd. 27. p. 228.;
'**) Wahrscheinlich gehört die Myrrha Ergasime der Alten hierher.