13
I frI
I
1196 Cassuvieae.
Rhus Toxicodendron Michaux.Gift-Sumach.
(Plenk plant, med. tab. 335 u. 36. Hayne Bd. 9. tab 1. Diisscld. Sammlung.
3. Lief. tab. 19 et 20. Mann ausländische Arzneipfl. Lief. 4. tab. 1. Guirupel
et t. Schlechtendal tab. 181. Brandt und Ratzeburg Giftgewachse, Nachträge,
tab. 48. )
Der Gift-Sumach ist in Nordamerika einheimisch, undwird bei uns in Anlagen gezogen; es ist ein kleiner, 3 — 4Fufs hoher Strauch, theils mit aufrechtem Stengel, theils wur-zelnd, und weit umher sich ausbreitend, auch in der Gestalt,Gröfse und Behaarung der immer zu dreien beisammen stehen-den Blätter ist er sehr veränderlich. Die mehr wurzelnde Va-rietät hat kleinere, meistens ganz glatte Blätter (Rhus radi-cans Linnaei); die weniger wurzelnde Varietät hat meistensgröfsere, unten etwas behaarte, zum Theil etwas buchtig ge-zähnte Blätter (Rhus Toxicodendron Linnaei). Es finden jedochUebergänge von einer Form zur andern statt. Die dicünischenBlüthen, welche im Juni bis August erscheinen, stehen inmehreren kurzen Rispen vereint; die Corollen sind gelblich-grün und die beerenartigen, bei uns selten reifenden Früchteschmutzigweifs.
Michaux nimmt drei Varietäten der Pflanze an :
a. vulgare; wurzelnd-kletternd, Blättchen grofs. ganz,oder seltner gezähnt.
b. quercifolium; nicht kletternd, niedriger; Blättchenverschieden lappig gebuchtet, während des Blühens filzig.
c. microcarpon; Blättchen länglich-oval, länger zu-gespitzt, oft rhomboidalisch, Frucht viel kleiner.
Officinell sind die Blätter: Folia Rhois Toxicodendri.Sie müssen, wenn sie vollkommen ausgewachsen und nochkräftig grün sind, am besten mit beieckten Händen und mög-lichst durch Tücher u. s. w. verwahrtem Gesichte gesammeltwerden. Zur Blüthezeit sollen sie weniger wirksam seyn.Sie sind 3 — 4 Zoll lang und 3—3 Zoll breit, häutig, etwasdurchscheinend, ohne Geruch und von zusammenziehendemGeschmacke, und enthalten einen an der Luft sich schnellschwärzenden Milchsaft.
Der nachtheilige Einflufs des Giftsumachs wird schon durchdie blose Ausdunstung bewirkt, zumal im Schatten, nach Son-nenuntergang, und an trüben regnerischen Tagen; Villemetdagegen will auch an hellen sonnigen Tagen einen gleichnachtheiligen Einflufs wahrgenommen haben; am sicherstenerfolgt dieser, wenn der* scharfe Milchsaft, unmittelbar auf dieblose Haut gebracht wird. Zuerst bemerkt man einen schwar-zen Fleck und später schmerzhaftes Ansehwellen der Theile,welches oft lange anhält und mit Abschuppung der Haut endigt.Selbst das Extract auf die Haut eingerieben bewirkt ähnliche