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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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Papilionaceae.

Staubfäden gleich den Blumenblättern auf dem schon oben be-rührten drüsigen Hinge befestigt, sind entweder frei oder ineiner, zwei oder drei Abtheilungen (ßtamina monadelpha,diadelpha, Iriadelpha) verwachsen, am häufigsten sind neunmit einander vereinigt, während der zehnte frei steht. Jeden-falls sind die Filamente gegen die Spitze hin dünner und frei.Die Staubbeutel sind in der Regel zweifächerig und enthalteneinen pulverigen Riumenstaub. Der freie, bisweilen gestielteFruchtknoten trägt einen einzelnen Gritfei mit einfacher Narbe.Die Fracht ist in der Regel trocken, enthält mehrere Saamen,ist einfächerig, öffnet sich der Länge nach mit zwei Klappen,sie ist mit einem Worte eine Hülse (Legunien), weshalb auchdie Papilionaceen in Verbindung mit den zunächst folgendenbeiden Familien von mehreren Botanikern mit dem NamenLeguminosae belegt werden, wovon dann die Papiliona-ceen nur eine Section ausmachen. Bisweilen nimmt die Hülsedurch Einbeugung- ihrer Suturen die Form einer zweifächerigenFrucht an; bei einigen Gattungen finden sich zwischen deneinzelnen Saamen Scheidewände, und bilden somit mehrereFächer, welche Früchte man Gliederhülsen {homentd) nannte,endlich kommen sie auch ganz klein, zusammengezogen, rund-lich , einsaamig, nicht aufspringend vor, wohin Zenker's Le-gumellum gehört. Höchst merkwürdig ist der Umstand, dafsdie Hülsen einiger Arten nur unter der Erde zur Reife gelan-gen. Wie alle Früchte, haben auch die Hülsen drei Lagenoder Schichten, wovon die mittlere (ßarcocarpium , meso-carpium, diploe') bisweilen ausgebildet markig oder fleischigist. Abwechselnd sitzen die Saamen auf ihrer Unterlage amRande der oberen Sntur, sie sind gewöhnlich durch eine mehroder weniger ausgebildete Schnur {funiculus umbilicalis) be-festigt, die sich bisweilen zu einer unvollkommenen DeckeCaruhts) ausbreitet. Die äufsere Saamenhaut ist meistens fest,oft glatt, glänzend und schön gefärbt, und durch diese Farbein der Regel schon von der Nabelnarbe (Cicatricula, Hi~lum, UmbiUcus externus, Fenestrd) zu unterscheiden, die alseine kleine Grube erscheint, an deren Mitte bisweilen noch spe-ciell die Insertionsstelle der Nabelschnur (Omphalodium) er-kannt werden kann. Noch findet man mehrmals die Nabelnarbevon einer hervorstehenden schwammartigen oder markigen Ein-fassung umgeben, die man den Nabelanhang oder Saamen-schwammwulst (ßti-ophiola, caruncula, Spongiola seminis)genannt hat. Diese ist nicht zu verwechseln mit der kleineneinfachen oder auch getheilten kleinen Wulst, die sich nebendem Nabe! befindet und Saamenschwi ele (ßpermulylmm)genannt wird. Am obern Rande der Narbe befindet sich end-lich noch eine kleine punktförmige Oeffnung (Joramen) , dieTurpin auch das Thörchen (Micropyle) nannte, und die Stellebezeichnet, an der die Spitze des Embryowürzelchens liegt.