Druckschrift 
Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
Entstehung
Seite
990
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

990

Lobeliaceae.

Gewöhnlich sind alle Theile der Lobeliaceen mit einem schar-fen Milchsafte begabt; die Blätter stehen abwechselnd, ohneBlattansätze, und die Blumen entwickeln sich in den Blatt-winkeln oder am Ende der Zweige einzeln oder auch zu Trau-ben und Aehren geordnet. Der Kelch ist frei, ganz oder infünf Segmente zerschnitten; die Corolle ist einblätterig, un-regelmäfsig, am Kelche befestigt, fünflappig oder tief fünf-spaltig. Fünf Staubfäden, auf dem Kelche sitzend, alternirenmit den Segmenten der Corolle, sie haben zusammenhängendeStaubbeutel, weshalb auch Linnefdie Gattung Lobelia in dieneunzehnte Klasse des Sexualsystems brachte. Der Frucht-knoten , unter der Corolle stehend, ist ein - bis dreifächerig,er trägt einen einfachen Griffel mit einer vertieften, von einemkrausen Rande oder Haarringe umgebenen Narbe. Die ein-oder mehrfächerige Kapselfrucht enthält zahlreiche Saamen,die an den Wänden des Gehäuses oder an einem centralenSäulchen (columellaj befestigt sind. Der gerade Embryo liegtin der Mitte des fleischigen Eiweifses, mit nach dem Nabelgewendeten Würzelcheu.

Gattung Lobelia L. Lobelie.

(System. Liunaean Syngenesia Monogamia.)

Der Kelch ist fünfzähnig, die Corolle unregelmäfsig, obengeschlitzt oder zweilappig, mit fünftheiligera Saume. Die fünfStaubfäden haben verwachsene, mit Barthaaren besetzte Staub-beutel. Die Narbe ist von einem gewimperten Schleierchenumgeben.

Die Frucht ist eine oft zweifächerige Kapsel.

Lobelia syphilitica L.

Gemeine oder antisyphilitische Lobelie; blaue

Cardinalsblume.

(PUnk plant, med. tab. 642. Düsseldorfer Sammlung Lief. 1. tab, 24. Hayns

Brandt u. Ratzeburg Bd 12. tab. 9. Leo Taschenbuch der Arzneipflanzen.

Band 1. tab. to.)

Eine in Wäldern, au nassen Stellen, an Bächen und Flüs-sen in Nordamerika, von Pensylvanien bis nach Carolina wildwachsende perennirende Pflanze, die man bei uns zur Zierdein den Gärten zieht, wo sie gegen Ende des Sommers blüht.Der Stengel ist krautartig, etwa S -t Fufs hoch, rauh be-haart, die Blätter sind oval-länglich, an beiden Enden ver-schmälert, sitzend, ungleich gesägt und fast glatt. Die Blu-men stehen einzeln in den Blattwinkeln und bilden eine langeTraube, mit zahlreichen Deckblättchen versehen. Die blauenCoroilen sind viel länger als der Kelch, gleichsam zweilippig,die obere Lippe kürzer als die untere, mit schmäleren Seg-menten. Am Grunde des Kelches bemerkt man zurückgeschla-gene Anhängsel.