Cinchonaceae.
931
Stellen, wo es des Nachts sehr kalt und den Tag über eineunerraefsliche Hitze ist. Die schlechteste Fieberrinde liefernjene Cinchonen, die in der Tiefe, in steilen Abgründen, anheruntergestürzten Abhängen und am Rande der Waldströme,wo es nie kalt, aber das ganze Jahr aufserordentlich heifs ist,in einem kiesigen und felsigen Boden wachsen.
Der gröfste Theil der jetzt im Handel erscheinenden Chi-narinden kommt, wie Herr Pöppig versichert, aus Bolivia oderOber-Peru, während die Aufsuchung der Hin len in allenProvinzen, westlich von Lima völlig aufgehört hat. Die Aus-fuhr an Chinarinde aus dem Hafen zu Arica betrug im Jahre1834 5,486 Centner (quintaux), wovon 323 nach England,1140 nach Piankreich und 815 nach Baltimore und Philadelphia
fingen. — Schon Pöppig erwähnte, dafs man damit umginge,en Chinahandel als ein Monopol zu behandeln, eine Maasre-gel , die auf dem Congresse von Bolivia auf Betrieb des Prä-sidenten, Generals Santa Cruz, wirklich zum Gesetze erho-ben wurde. Die neuesten Nachrichten endlich besagen , dafsder Präsident von Peru in Bolivia die Ausfuhr der China aufeine Dauer von fünf Jahren untersao-t habe.
Bei der Beschreibung der Chinarinden weichen die Phar-makologen in Hinsicht der Benennung der einzelnen Theile,aus welchen die Rinde zusammengesetzt ist, oft bedeutend ab;es dürfte darum zweckmässig erscheinen , über diesen wesent-lichen Punkt eine nähere Erläuterung vorangehen zu lassen,die übrigens, wie man leicht bemerken wird, nicht bios aufdie Rinden der Cinchonen, sondern auch auf die aller andernBäume aus der Abtheilung der Dicotyledonen angewendet wer-den kann.
Der Stamm der bäum- und strauchartigen Exogenen be-steht aus einer doppelten Organenreihe ; einem centralen oderHolzsystem, und einem peripherischen oder Rindensystem;jedes derselben zei.<rt drei verschiedene Schichten, die jedochin Hinsicht des Wachsthiims und der Entwicklungsart eineentgegengesetzte Richtung zeigen. Wir habea es hier nurmit dem peripherischen oder Rindensystem zu thun. Diesesbesteht, von aufsen nach innen betrachtet, aus folgendenOrganen:
13 Die Epidermis: oder die äufserste Hülle des Stam-mes , der man gewöhnlich alle höhere Organisation abspricht,indem sie weder Saftröhren noch Spiralgefäfse besitzt, wohlaber zahlreiche kleine Poren (8Jmnata~) } wie dieses Mirbel,Amici, Link und Andere zureichend nachgewiesen haben.
Diese Epidermis ist dünne,
bei einigen, leicht zerreifsend und
fast durchsichtig,
sehr dehnbar
rissig; sich öffnend bei
andern Gewächsen, am Stamme der Platanen löst sie sich in