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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Qxygenium.

steinpulver oder Kupferoxyd mengt. Unter diesen Verhältnissen gehtdie Zersetzung sehr regelmässig, mit gleicher Raschheit und ohne Bil-dung "von überchlorsaurem Kali vor sich.

§ 505. Eigenschaften. Der Sauerstoff erscheint im reinstenZustande als eine permanent luftförmige, geruch- und geschmackloseFlüssigkeit, deren eigenthümliche Schwere sich zu der der Luft =1,1026 : 1, und zu der des Wassers = 1 : 686 verhält, 1 Kubikhissdavon wiegt sonach G7ö^ Grane; 100 Kubikzolle wiegen, bei 28 ZollBarometerstand und 0° Wärme, 39y Grane. Vom Wasser wird esnur in geringer Menge, nämlich T V dem Volum nach, aufgelost. Diefür das Leben im Allgemeinen wichtigsten Functionen des Sauerstoff-gases werden übrigens am treffendsten durch die demselben beigelegtenPrädicate: Feuerluft und Lebensluft bezeichnet.

Der Sauerstoff ist in der That die wichtigste Quelle des irdischenFeuers, denn der grösste Theil der im gewöhnlichen Leben vorkom-menden Verbrennungserscheinungen geschehen unter dem Einflüssedes Sauerstoffs, d. h. sie werden durch eine unter Licht- und Wärme-entwickelung vor sich gehende Vereinigung brennbarer Körper mitSauerstoff bedingt. Solche gleichzeitige Licht- und Wärmeenlwicke-lung ist aber eben das, was wir Feuer nennen. Je grösser bei irgendeinem unter dem Einflüsse des Sauerstoffs stattfindenden Verbrennungs-prozesse, die Menge des absorbirten Sauerstoffs, und je weniger ex-pandirt das Produkt der Verbrennung, desto grösser ist die entwickelteWärmemenge; je kürzer die Zeit und je kleiner der Raum, innerhalbwelchen eine bestimmte Gewichtsmenge Sauerstoff verzehrt wird, destointensiver ist das Feuer, desto kräftiger ist seine Wirkung. Diese Zeit-dauer ist aber um so kürzer, der Raum um so kleiner, je reiner unddichter das mit dem brennenden Körper in Berührung stehende Sauer-stoffgas, daher das intensivere Verbrennen in reinem Sauerstoffgase undin dem mittelst des Löthrohres hervorgebrachten verdichteten Luft-strom, als in der atmosphärischen Luft, worin das Sauerstoffgas gleichsamum das Vierfache expandirt ist; daher das intensivere Verbrennen inder atmosphärischen Luft in geringer Höhe über derMeeresfläche, alsauf hohen Bergen. Beim Verbrennen in der Luft wird ausserdem nochein grosser Theil der entwickelten Wärme durch das Stickgas absor-birt, in Folge der Expansion, welche es erleidet, daher die viel höhereTemperatur, welche erzielt wird, wenn das Feuer, anstatt mit kalter,mit warmer Luft angefacht wird.

Das Entbrennen findet in den wenigsten Fällen bei unmittelbarerBerührung des brennbaren Körpers mit Sauerstoffgas statt, sondern essetzt in dem brennbaren Körper eine gewisse Temperatur voraus, un-terhalb welcher keine Entzündung eintritt. Diese Temperatur ist fürverschiedene Körper verschieden, so entzündet sich Phosphorwasser-stoffgas schon weit unter 0°, Phosphor bei -f- 60°, Schwefel bei un-gefähr 300° und Wasserstoffgas entzündet sich erst bei einer derWeissglühhitze nahen Temperatur *). Das zum Entbrennen nöthige

*) Je dichter, oder, was dasselbe ist, je weniger expandirt das Sauerstoffgasist welches dem verbrennlichen Korper dargeboten wird, um so niedriger kanndie Temperatur sein, bei welcher die Vereinigung vor sich geht. Sehr poröse