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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Kalium cyanatum.

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säure, Platinelümid und aufgelöstes salpetersaures Silberosyd. Das erste Reagensveranlasst einen weissen (saures weinsteinsaure3 Kali), das zweite einen gelbenkrystallinisclien (Platinchlorid-Kalium) das dritte endlieh einen weissen käsigenNiederschlag (Chlorsilber), welcher in Aetzammoniak leicht löslich ist.

Die Reinheit ergiebt sich aus dem Nichtgefälltwerden der Lösung weder durchSchwefelwasserstoff, noch durch kohlensaures Kali, und endlich aus der violettenFärbung, welche es der Löthrohrflamme ertheilt, wenn etwas davon, nachdem eszu Pulver zerrieben worden, auf der Kohle mittelst des Löthrohrs erhitzt wird.

KALIUM CYANATUM.

KCy a = 817,20.

Synonyme. Cyanetum s. Cyanuretum kalicum s. Kalii s. Potassii,s. potassicum, Kalium cyanogenatum (Kali hydroeyanicum s. borus-sicum s. zooticum, Cyanhydras s. Hydrocyanas s. Prussias kali-cus s. potassicus s. PotassSae, s. Lixivae*) Cyunure de Poinssitim Prussiate,de PuNisse. Cyankalium, Blaustoffkalium, Kaliumcyanür oder -Cyanid, eisenfreies

blausaures Kali.

§ 379. Bereitung und Eigenschaften. Man übergiesst in einerFlasche mit eingeriebenem Glasstöpsel 1 Theil geschmolzenes Aetzkalimit 5 — (i Theilen möglichst wasserfreiem Weingeist, befördert durchanhaltendes Schütteln die Auflösung, und lässt dann die Flüssigkeitdurch ruhiges Stehen sich klären. Man giesst hierauf die klare Lo-sung von dem Bodensätze, welcher durch die in Weingeist unlöslichenfremden Gemengtheile des Aetzkali's gebildet ist, in ein anderes Gefässklar ab und leitet nun in dieselbe das aus 2 Theilen krystallisirtemKaliumeisencyanür durch Behandlung mit Schwefelsäure auf die im§ 20 beschriebene Weise sich entwickelnde Cyanwasserstoffgas, wo-bei man das Gefäss, worin die weingeistige Lösung enthalten ist, vonZeit zu Zeit umschüttelt. Wenn keine Gasentwickelung mehr statt-findet, nimmt man die Flasche hinweg, lässt sie durch einige Zeit sichabkühlen, giesst endlich die überstehende Flüssigkeit klar ab, sammeltdas krystallinische Pulver in einem Filter, presst es zwischen Fliess-papier und trocknet es endlich vollends aus, indem man es auf frisches

*) Die in ( ) eingeschlossenen synonymischen Bezeichnungen, welche aller-dings keinesweges die Zusammensetzung des Präparats im wasserleeren Zustanderichtig ausdrücken, geben indess einen vollkommen richtigen Begriff über dasVerhalten und die Wirkungsart desselben in wässeriger Lösung Denn hier istdas Verhalten in der That genau das eines blausauren Kali's, woraus auch dieschwächsten Säuren, die Kohlensäure und die sauren Flüssigkeiten des Mundes,des Schlundes und Magens nicht ausgenommen, die Blausäure entbinden, wasdurchaus nicht der Fall ist, wenn das Cyankalium mit Cyaneisen, wie im soge-nannten Blutlaugensalz (§ 381), verbunden ist. Nichtsdestoweniger darf aber, ebenin Rücksicht auf diese grosse Verschiedenheit im chemischen, somit auch im the-rapeutischen Verhalten, bei ärztlicher Verordnung von Kali hydroeyanicum, bor-russicum, zooticum u. s. w. nur dann obiges Präparat verabfolgt werden, wennSeitens des präscribirenden Arztes ausdrücklich durch den Beisatz sine ferro odereinen andern bestimmten und unzweideutigen Beisatz deutlich zu erkennen ge-geben ist, dass wirklich das reine Cyankalium und nicht das Cyaneisen-Cyankaliumgemeint sei, welches wie S. 3fiö Anm. angeführt, meistens auch mit obigen Na-men belegt wird. — Man darf indess wohl erwarten, dass nach den vorliegendenErfahrungen k5in rationeller Arzt sich jenes Mittels bedienen wird.