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1 (1847) Grundriss der pharmaceutischen Chemie und Lehre von der Gewinnungsweise, den Eigenschaften, der Erkennung und Prüfung der pharmaceutisch-chemischen Präparate
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Chlorwasserstoff.

2. Allgemeine Eigenschaften: Aggregatzusland, Dich-tigkeit, Verhalten gegen Licht und Wärme, gegen Wasser.

3. Flüssige Chlorivassersl off säure: Reindarstellung,Eigenschaften, Erkennung und Prüfung.

4. Verhalten gegen Metalle und Metalloxyde.

(Vgl. B. Hauptabschnitt § 43 »nil ff)Zusatz ad 3. Die PIi. Bor. Ed. VI. hat zwei Arten von flüssiger Chlor-wasserstoffsäure aufgenommen, nämlich:

1. Hohe Chlorwassers toi' fsättre (Acidum Iiydrochloratum crudum):Eine farblose oder gelbliche, ranchende, ätzende Flüssigkeit, erwärmt voll-kommen flüchtig, ausser Salzsäure mehrentheils Schwefelsäure, bisweilenChlor oder schwefelige Säure und Eisen enthaltend. Das specif. Gewichtsei 1,180 bis 1,190. Sie wird in chemischen Fabriken mittelst Chlornatrinmsund Schwefelsäure bereitet,

2. Reine Chi orwasserstof Psüure (Acidum Iiydrochloratum purum): Nimmtrockenes Ch lornatriu m dreissig Unzen. Schütte es in einen hin-reichend geräumigen gläserneu Kolben und giesse darauf rohe Schwefel-säure fünfzig Unzen, verdünnt mit neun Unzen gemeinem Was-ser. In die Mündung des ins Sandbad gestellten Kolbens wird mit Hülfevon Cautschuck ein gekrümmtes gläsernes Rohr eingepasst, welches sicliauf den Roden einer mit drei Oeffnungen versehenen, zwanzig Unzen Was-ser fassenden Flasche erstreckt. Diese Flasche, die mit einem graden, denBoden beinahe berührenden und am anderen Ende offenen Rohre versehensein muss, verbinde man durch die dritte Oeffimug miteiner 50 Unzen Wasser fas-senden Flasche, so dass die Oeffming des Rohres in das Wasser, welchessie enthält, ein wenig eintaucht. Die Mittelflasche muss vier Unzen gemei-nes Wasser, die Vorlage aber dreissig Unzen destil lirtes Wassere n th alten.

Nachdem die Fugen wohl verschlossen worden, geschehe die vollständigeAustreibung des Gases bei allmälig verstärktem Feuer, indem man die Vor-lage gut abkühlt. Die in der Mittelflasche gesammelte Säure stelle maubei Seite, da sie nicht hinreichend rein ist; die in der Vorlage enthaltenewerde mit destillirtem Wasser bis zu einem specif. Gewichte von 1,120 ver-dünnt. — Man bewahre sie in mit Glasstöpseln verschlossenen Gefässen.

Sie sei klar, völlig farblos, weder mit Schwefelsäure und schwefeligerSäure, noch mit Eisen und Chlor verunreinigt, und von oben angeführtemspecif. Gewichte. Sie enthält in 100 Th. 21 Theilc wasserfreie Säure,

Wie mau sieh!, so stimmt diese Vorschrift im Wesentlichen mit der a. a, O.gegebeneu übereiu Das Verhältnis» der Schwefelsäure ist allerdings etwasgrösser, weil trockenes Kochsalz vorgeschrieben ist, während an letzteremOrte nur solches gemeint ist, wie e,s im Handel vorkommt, was stets einenicht unerhebliche Menge Feuchtigkeit enthält, — Eine sehr zweckmässigeMethode, um aus roher concentrirter Salzsäure reine Salzsäure zu gewin-nen, ist unlängst von Mohr in einem Nachtrage■*« seiner Pharm, univers.mitgetheilt worden und besteht in Folgendem. Eine geräumige ttibulirteRetorte wird mit einer ebenfalls tubulirten Vorlage luftdicht verbunden, ludem Tubus der Vorlage ist ein gekrümmtes Rohr befestigt, dessen äussererSchenkel in eine Wasser enthaltende Flasche ausmündet. In die Retortewird durch den Tubus mittelst eines Trichters bis zur Hälfte rohe Salzsäure