VfcN/V^'Si'S'^VWWI»
549
§. 291.
Aetiologie oder Erklärung des Vorgangs hey der Darßellungdes reinen und reinflen falpeterfauren Kali.
Die Darftellung des reinen oder gereinigtenfalpeterfauren Kali's aus dem rohen, durch färbendeStoffe der Mutterlauge gefärbten und gröfsten-theils durch falzfanres Kali und falpeterfaures Kalkund Bittererde verunreinigten Salpeter beruhet theilsdarauf, dafs das falpeterfaure Kali weit fchwererauflöslich ift, als die beygemifchten Stoffe, folglichfich weit eher aus dem Auflöfungsmittel ausfcheidetals diefe, 10 dafs bey einem wiederholten Auflöfenund Kryftal/i/iren allmä'hlig felbft das gefärbteftefalpeterfaure Kali entfärbt , und bis auf eine SpurVon fremden falzigen Stoffen gfetrennt wird; theilsdarauf, dafs durch das zugefetzte kohle nftofffaureKali die beygemifchten Salze, deren Bafis Kalk undBitterere!e ift , durch doppelte Verwandtfehaft zer-legt werden , wobey das Kali mit der Salpeterfäurezum falpeterfauren Kali, und die Kohlenftofffäuredes Kali's mit dem Kalk und der Bittererde fich zurkohlenftofffattren Bittererde und Kalk, die unauflös-lich in der Flüffigkeit zu Boden fallen, verbindet.
Die Darfteilung des reinften falpeterfauren Kaliberuhet in der Fähigkeit des falpeterfauren Silbers,feine Beftandtheile gegen die des, bey dem gewöhn-lichen falpeterfauren Kali befindlichen falzfauren Kaliauszutaufchen, wobey fich das Silberoxyd mit derSalzfäure zum unauflöslichen falzfauren Silberoxydund die Salpeterfäure mit dem Kali verbindet, undin der des falpeterfauren Baryts feine Beftandtheile