Ö26 B
Der Vorgang bey der Darftellung derPhosphor-fäure unter Anwendung des Phosphors felbit ift fol-gender: Wenn Phosphor einer Pütze von So his 02°Reaumur beym Zutritt der Luft ausgefetzt wird, foentzündet er fich, und wird fchnell in Phosphorfäureverwandelt, die mit grofsem Geräufch umher fährt,und zum Theil fich verflüchtigt; da hingegen derPhosphor an einem feuchten Orte, im Keller oderanderswo, wo die Temperatur der Luft nur his10 höchftens 16 Grad Reaumur ftelgt, dem Luft-zutritt ausgefetzt, nur fehr allmählig den Sauer-ftoff der atmofphärifchen Luft anzieht, und damitphosphorige Säure bildet, die im -Moment ihresEntftehens Feuchtigkeit aus der he umgebenden Luftanzieht, und in den flüffigen Zuitand übergeht. Iftaber, die den Phosphor umgebende Luft zu trocken,fo entweicht diefe phosphorige Säure gröfstentheilsin weifscn phosphorig riechenden Dämpfen, wes-halb es zur Vermeidung des daraus entftehenden Ver.luftes nöthig wird, in die Nähe des zum Oxygenirenhingeftellten Phosphors auf die voryefchriebene Artein Gefäfs mit Waffer zu fetzen. Da nun unter denangeführten Bedingungen die Einfaugung des Sauer-fioffs der atmofphäriichen Luft fehr iangi'am vor liehgeht, fo wird auch der mit dem Sauer/toff zum Sauer-iioffgafe verbundene Antheil Wanne und Lichtftöfi nurallmählig frey, und bewirkt um den Phosphor ein blo-sses mit kaum merklicher Temperaturerhöhung be-gleitetes Leuchten. Damit nun die fich gebildet ha-bende phosphorige Säure nicht den Phosphor bedecke,dadurch den Zutritt dci'Luit abhalte, und delTen fer-