I
302
enthalten gewesen ist. Hat sich wirklich dadurch schwe-felsaure Baryterde gebildet, so bestimmt man die darinbefindliche Menge Schwefelsäure, und zieht diese vonder gefundenen Menge des Oxyds ab; dann bestimmt manin dieser kleinen Menge Schwefelsäure den Gehalt anSchwefel, und legt diesen zu der früher erhaltenen Schwe-felmenge hinzu. — Ich wiederhole indessen, dafs man inden geglühten Oxyden gewöhnlich selten Schwefelsäurefinden wird, wenn die Mengen derselben sehr gering sind,und wenn man eine starke Glühhitze angewandt hat. Istdie Menge des zurückgebliebenen Oxydes gröfser, undübersteigt sie die Menge von einem bis zwei Centigram-men, bei einigen Grammen der angewandten Schwefel-verbindung, so war der abgeschiedene und gewogeneSchwefel gewifs nicht von rein gelber Farbe.
Andere Schwefelverbindungen erfordern bei der Ana-lyse eine etwas andere Behandlungsart.
Trennung des Schwefels vom Blei. — DieVerbindung des Bleies mit Schwefel wird, im gepulver-ten Zustande, durch rauchende Salpetersäure in schwefel-saures Bleioxyd verwandelt, und auf die Weise behan-delt, wie es S. 128. gezeigt worden ist. Will man in-dessen genau die Menge des Schwefels in einer Verbin-dung des Schwefels mit Blei erfahren, so ist es am be-sten, die Verbindung mit Chlorgas auf die Weise zubehandeln, wie es in diesem Abschnitte weiter untenwird angegeben werden.
Trennung des Schwefels vom Wismuth. —■Die Verbindung des Schwefels mit Wismuth wird blofsdurch reine Salpetersäure, nicht durch Königswasser zer-setzt. Der abgeschiedene Schwefel mufs erst mit Was-ser, das mit einigen Tropfen Salpetersäure sauer gemachtworden ist, so lange ausgesüfst werden, bis alles Wis-muthoxyd ausgewaschen worden ist. Aus der abiiltrirtenAuflösung wird erst durch kohlensaures Ammoniak dasWisinuthoxyd gefällt; die hiervon getrennte Flüssigkeit