217
Werden die Jodsauren Salze mit brennbaren Kör-pern gemengt und erhitzt, so verpuffen sie zwar, aberschwächer als die Chlorsäuren und bromsauren Salze.
Beim Glühen in einer kleinen Retorte verwandelnsich die jodsauren Salze in Jodmetalle, während Sauer-stoffgas dabei entwickelt wird, Ist das jodsaure Salzsauer, so entweicht beim Glühen Sauerstoffgas und Jodgasin violetten Dämpfen, während Jodmctall zurückbleibt.
Die jodsauren Salze können am besten und sicher-sten dadurch erkannt werden, dafs sie beim Glühen ineiner kleinen Retorte Sauerstoffgas entwickeln und sichin Jodmetall verwandeln. Die Entwickelung des Sauer-stoffgases kann sehr leicht bemerkt werden, wenn maneinen kleinen glimmenden Holzspahn an die Mündungdes Retortenhalses hält, der dadurch heftig zu brennenanfängt. Wie man das Jodmetall, oder vielmehr das Jodin den Jodmetallen erkennt, wird später bei den Jodme-tallen gezeigt werden.
7. Säuren des Phosphors.
a. Phosphorsäure.
Die Phosphorsäure soll wasserfrei erhalten werden,wenn Phosphor in einer grofsen Menge Sauerstoffgas ver-brannt wird; sie besteht dann aus weifsen Flocken. Diewasserhaltige Phosphorsäure kann man im festen Zustandeerhallen, wenn man die wäfsrige Auflösung derselbenin Platingefäfsen abdampft, den Rückstand bei gelindemFeuer längere Zeit in einem bedeckten Platintiegel erhitzt,und daraufglüht; sie bildet dann eine glasige Masse, welchean der Luft feucht wird und zu einem Syrup zerfliefst.Uebergiefst man sie, wenn sie nach dem Glühen wiedererkaltet ist, mit Wasser, so löst sie sich darin unterKnistern auf, das lange fortdauert. Hat man die Phos-phorsäure nicht lange genug im bedeckten Platintiegeljrhitzt, so bildet sie nach dem Erkalten eine zähe Masse.