Druckschrift 
1 (1833) Die Lehre von den qualitativen chemisch-analytischen Untersuchungen
Entstehung
Seite
167
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

167

gen die meisten Reagentien fast ganz gleich verhalten.Durch die gröfsere Löslichkeit des Molybdänoxyds ineinem Uebermaafs einer Auflösung von kohlensaurem Kalikann dies noch am besten vom Molybdänoxydul unter-schieden werden.

Von dem höchsten Oxyde des Molybdäns, der Mo-lybdänsäure, und deren blauen Verbindungen mit demMolybdänoxyde, wird bei den Säuren die Rede sein.

36. Wolframoxyd.

Das Oxyd des Wolframs wird auf trocknem Wegeerhalten, wenn man wolframsaure Alkalien mit Chlorwas-serstoff-Ammoniak erhitzt, und die geglühte Masse mitWasser behandelt. Es hat eine schwarze Farbe; biswei-len ist es gelblich, doch ist es dann gewöhnlich mit Al-kali verbunden. Beim starken Glühen an der Luft oxy-dirt es sich zu Wolframsäure. Es löst sich in Säurennicht auf, und scheint überhaupt sich nicht damit zu ver-binden.

Durch das Löthrohr läfst sich das Wolframoxyddaran erkennen, dafs es dem Phosphorsalz in der innernFlamme eine schöne blaue Farbe mittheilt; in der äufsernFlamme verschwindet diese Farbe der Perle meistentheils,vorzüglich, wenn dieselbe auf Platindraht geschmolzenwird. Enthält das Wolframoxyd Eisen, so bekömmt diePerle in der innern Flamme eine blutrothe Farbe. Bo-rax erhält durch Wolframoxyd in der innern Flammekeine blaue Farbe, sondern wird nur gelb oder roth.Behandelt man das Wolframoxyd mit wenig Soda aufKohle in der innern Flamme des Löthrohrs, so erhältmau nach dem Abschlämmen der Kohle ein graues Pulvervon metallischem Wolfram; nimmt man mehr Soda, so er-hält man oft gelbes metallisch-glänzendes Wolframoxyd-Natron. (Berzelius: Ueber die Anwendung des Löth-rohrs, S. 79.)