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Salicin. 777
durch Einwirkung der Fermente. Lässt man z. B. gepulverteGalläpfel, mit Wasser angeleuchtet, an der Luft stehen, so finde!bald eine Gährung statt, wobei die Gerbsäure in Gallussäure undZucker zerfällt. Letzterer kann selbst die Alkoholgährung er-leiden.
Salicin: C 26 H 1B 0,,.
902. Das Salicin kommt in der Weidenrinde vor und wirddaraus dargestellt, indem man sie mit Wasser auskocht, dieFlüssigkeit mit Bleioxyd versetzt, und, nachdem das gelösteBleioxyd wieder durch Schwefelsäure entfernt ist, zur Kristalli-sation abdampft.
Das Salicin krystallisirt in seideglänzenden weissen Nadeln,schmeckt sehr bitter und löst sich in heissem Wasser und in Al-kohol leicht auf. Concentrirte Schwelelsäure löst es mit blutrotherFarbe.
Es zerfällt beim Kochen mit verdünnten Säuren in Salirc-tin, C,|H 6 0. 2 , und Zucker, Ci 8 H, 2 0 18 , welcher letztere alsnäherer Bestandtheil des Salicins angesehen werden muss. DieZersetzung wird dargestellt durch die Gleichung:
C 26 H 18 0 H = C,,H 0 O 2 +- C ls H I2 0 Iir .
Das in den süssen und den bitteren Mandeln enthaltene Fer-ment, die Synapta se, bewirkt beim Zusammenkommen mitSalicindie Zerlegung desselben in Zucker und Saligenin, C^rLCv
Das Salicin wird häufig in der Mcdicin, zum Theil als Er-satzmittel des Chinins, angewendet.
Farbstoffe.
903. Die in diese Gruppe gehörigen organischen Stoffe kom-men in dem Pflanzenreich, seltener auch im Thierreich fertig ge-bildet vor, oder sie entstehen in chemischen Processen. Sie sindgrosseiithejls krystallisirbar, gelb, roth, blau, selten grün gefärbt.Sie besitzen zum Theil schwach saure Eigenschaften, andere sindvollkommen neutral. Durch die Einwirkung des Lichtes werdensie bei Gegenwart von Wasser zerstört; in ähnlicher Weise wer-den sie durch Chlor (70.) zersetzt, und schwel'elige Säure ver-einigt sich mit ihnen zu farblosen Verbindungen. Das Bleichen
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