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Pflanzenfaser.
ilem durch Stärkinehl milchig getrübten Wasser. Beim ruhigenStehen setzt sich das Stärkinehl auf dem Boden des G-efässes ausdem Wasser ab, und wird durch wiederholtes Vertheilen in Was-ser, durch Sehlämmen, von anderen beigemengten Pflanzentheilenbefreit.
Das Starkmehl ist in kaltem Wasser unlöslich, quillt in ko-chendem Wasser auf (Kleister), wobei die einzelnen Körnchenanschwellen und zerplatzen, ohne sich jedoch zu lösen. In Alko-hol und Aether ist es ganz unlöslich. Durch Jod wird es inten-siv blau gefärbt, sowohl die unveränderten Körner, als auch dieaufgequollenen. Beim Erhitzen verschwindet die Färbung, kommtaber beim Erkalten wieder zum Vorschein.
Beim Erhitzen für sich, auf 150 bis 200° C, wird es, ohneseine Zusammensetzung zu ändern, in Dextrin (896.) übergeführt.Dasselbe geschieht beim Erwärmen mit verdünnten Säuren, so-wie durch ein in dem gekeimten Getreide (Malz) enthaltenes Fer-ment, welches man Diastase nennt. Das Dextrin ist bei dieserVerwandlung indessen nur eine Zwischenstufe, indem dasselbe unterAufnahme von 2 Aeq. Wasser rasch weiter in Traubenzuckerübergeführt wird.
Pflanzenfaser (Cellulose): C 12 Hi„O 10 .
898. Bei der Betrachtung aller Pflanzentheile unter demMikroskop findet man sie aus verschieden geformten Zellen zu-sammengesetzt, welche im Inneren theils mit flüssigen theils mitlesten Körpern (z. B. Stärkmehl) angefüllt sind. Die Wand die-ser Zellen besteht bei allen Pflanzen aus dem nämlichen Stoff,der daher den Namen Cellulose erhalten hat.
Die reine Cellulose ist durchscheinend, farblos, in Wasser,Alkohol und Aether, sowohl in der Kälte als in der Wärine, un-löslich. Verdünnte Säuren und Alkalien verändern anfangs dieCellulose nicht, lösen sie aber mit der Zeit beim Kochen auf. Inconcentrirter Schwefelsäure quillt sie anfangs auf, löst sich hier-auf vollständig, und auf Zusatz von Wasser scheiden sich weisseFlocken ab, welche wie das Stärkmehl durch Jod blau gefärbtwerden. Man hat diesen Körper deshalb Amyloid genannt. Be-leuchtet man daher Pflanzenzellen mit Jodlösung, und setzt hier-auf concentrirte Schwefelsäure zu, so färben sie sich blau.
Man gewinnt die Pflanzenfaser aus den Pflanzen, indem mandie damit vermengten Stoffe auflöst; die möglichst fein zertheil-ten Pflanzen werden zuerst mit verdünnter Kalilauge, hierauf mitverdünnter Chlorwasserstoffsäure wiederholt behandelt, bis alle