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Trockne Destillation.
Man erhitzt die Retorte A im Wasser- oder Oelbad, erkältetdie Vorlage B durch Umgeben mit Bis oder kaltem Wasser, undpumpt sie leer, worauf man sie durch Umdrehen des Hahns rvon der Verbindung mit der Luftpumpe abschliessen kann.
Durch Vermischen der organischen Substanzen mit SandKiesel, Ziegelmehl u. s. w. wird die Destillation derselben dagegenerschwert und sie erleiden weit leichter eine Zersetzung. Es rührtdies daher, dass diese Beimengungen sich stärker erhitzen lassenund auf den mit ihnen in Berührung kommenden Dampf des un-zersetzten Körpers zersetzend einwirken, ähnlieh, wie wenn manden Dampf durch eine glühende Röhre leitet.
Die unzersetzt nicht flüchtigen organischen Körper erleidenhierbei meistens eine derartige Verwandlung, dass der Sauerstoffderselben mit einem Theile des Kohlenstoffs und Wasserstoffszu Kohlenoxyd, Kohlensäure und Wasser, der Stickstoff mit Was-serstoff zu Ammoniak sich verbindet, wobei Kohle zurückbleibt,die nur sehr wenig Wasserstoff und Sauerstoff, dagegen bei stick-stoffhaltigen Stoffen viel Stickstoff zurückhält.
Lässt man die Temperatur hierbei allmälig sich erhöhen, sotreten anfangs sauerstoffreiche Stoffe, z. B. Essigsäure, C 4 H 4 0 4 ,Holzgeist, C 2 H 4 Ü 2 , auf, später erscheinen sauerstoffärmere,z. B. Phenylsäure, C 12 H 6 0 2 , oder Kohlenwasserstoffe,Z.B.Sumpfgas, C 2 H 4 , und Ölbildendes Gas, C 4 H 4 . Ausser-dem bilden sich flüchtige Oele von üblem Geruch, die sogenanntenBrandöle, oder zähe, dunkle Stoffe, Brandharze genannt;bei Gegenwart von Stickstoff sind den Producten stets organischeBasen, z. B. Anilin, C I2 H 7 N, beigemengt. Je langsamer dieTemperatur bei der trocknen Destillation sich erhöht hat, umsc mehr Kohle bleibt zurück, weil um so mehr Sauerstoff sichmit Wasserstoff verbunden hat.
790. Die einfacher zusammengesetzten organischen Stoffe er-leiden beim Erhitzen für sich häufig sehr einlache Zersetzungen,wobei entweder nur Wasser, oder nur Kohlensäure, oder Kohlen-säure und Wasser austritt, wodurch neue, meist flüchtige Pro-duete von noch einfacherer Zusammensetzung entstehen. Wirwollen einige Beispiele hierzu anführen.
Die Aepfelsäure, C 8 H 6 Oj 0 , geht beim Erhitzen auf 200°C.in Wasser und Maleinsäure, C e H 4 0 8 , über, nach der Glei-chung :
C„H,0 IO = C 8 H 4 0 8 + 2HO.