Verhalten der Basen. 317
309. Häufig wird die Zersetzung durch die Unlös-lichkeit der in dem Salze vorhandenen Basis hervor-gerufen. In dieser Weise zersetzt das Kali salpetersaures Blei-oxyd und scheidet Bleioxydhydrat ab; dasselbe findet bei denlöslichen Salzen einer für sich unlöslichen Base statt. Manmuss übrigens in diesen Fällen die Zersetzung vorzugsweise dergrösseren Verwandtschaft des Kalis zu der Säure zuschreiben,denn das Kali ist eine stärkere Basis als diese Metalloxyde.
310. Zuweilen zersetzt ein unlösliches Metall-oxyd die Salze einer gleichfalls unlöslichen Basis.Das Silberoxyd zersetzt z. B. das aufgelöste salpetersaure Ku-pferoxyd und schlägt Kupferoxyd nieder. Die Zersetzung wirdin diesem Falle nur durch die grössere Verwandtschaft des Sil-beroxyds zur Salpetersäure bewirkt.
311. Eine flüchtige Basis wird gewöhnlich voneiner weniger flüchtigen aus ihren Salzen vertrieben,namentlich bei Mitwirkung der Wärme. Der Kalk treibt z. B.das Ammoniak leicht aus seinen Verbindungen aus. DieselbeZersetzung findet in der Wärme auch durch die unlöslichen Me-talloxyde statt, deren Salze in Auflösungen im Gegentheil vonAmmoniak zersetzt werden. Beim Erhitzen von chlorwasserstoff-saurem Ammoniak mit Bleioxyd entweicht Ammoniak, währenddas Chlorblei in Lösungen von Ammoniak unter Abscheidung vonBleioxyd zersetzt wird.
Gegenseitige Einwirkung der Sauerstoflfealze aufeinander und auf Halo'idsalze.
312. Beim Vermischen zweier Salze können verschiedeneFälle eintreten.
Zuweilen verbinden sich die beiden Salze zu ei-nem Doppelsalz. Die schwefelsaure Alaunerde vereinigt sichmit schwefelsaurem Kali zu dem unter dem Namen Alaun be-kannten Doppelsalz. Das Chlorkalium verbindet sich mit demZweifach-Chlorplatin zu Chlorplatin-Chlorkalium.
In anderen Fällen findet keine bemerkliche Wirkung der