Einwirkung der Blek tricität. 303
durch das Zersprengen des Krystalls kleine Detonationen. Diegeringe Wärmeleitungsfähigkeit eines Krystalls ist auch häufigdie Ursache des Decrepitirens, weil in jedem einzelnen Krystalleine Menge kleiner Sprünge entsteht.
Fig. 115.
Einwirkung der Elektr i cität.
291. Der elektrische Strom zersetzt die Salze, namentlichin ihrer wässerigen Lösung, leicht. Eine starke Volta'scheSäule kann eine sehr weitgehende Zersetzung bewirken, undselbst eine Trennung in die einzelnen Elemente herbeiführen.Ein schwacher Strom verursacht dagegen nur eine Spaltung desSalzes in die Säure und die Basis. Erstere geht an den positi-ven Pol, die Basis begiebt sich an den negativen Pol. DieseZersetzung lässt sich durch folgenden Versuch sehr deutlichdarstellen: In eine gebogene Röhre ab c (Fig. 115) giesst maneine Lösung eines neutralen Salzes, z. B.von schwefelsaurem Kali, die man mit einwenig Veilchensyrup violett gefärbt hat.Der Farbstoff dieses Syrups wird durchSäuren roth, durch Alkalien grün gefärbt.Man taucht die beiden Pole der elektri-schen Batterie, welche in Platindrähtenendigen, durch die beiden Enden der ü-f örmigen Röhre in die Flüssigkeit. In demin welchen der positive Pol taucht, färbt sich dieFlüssigkeit roth; in dem Schenkel 6c, worin der negative Polsich befindet, wird die Flüssigkeit grün gefärbt. Nach einigerZeit ist diese Trennung sehr deutlich zu sehen, und sie bleibt,bestehen, so lange der elektrische Strom anhält. Nimmt manaber die Drähte weg, so mischen sich die Flüssigkeiten inbeiden Schenkeln allmälig mit einander, es entsteht wiederschwefelsaures Kali, und die Flüssigkeit färbt sich wie zuvorgleichmässig violett. Dieselbe Wirkung kann man natürlich so-gleich erhalten, wenn man durch Schütteln der Röhre ein ra-sches Vermischen der Flüssigkeit in beiden Schenkeln derselbenherbeiführt.
Schenkel al