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1 (1858) Anorganische Chemie
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Metalloxyde.

Verwandtschaft besitzen. Bei dem Versuche, in welchem Was-serdampf über glühendes Eisen geleitet wird, ist Eisen vorherr-schend , weil das freiwerdende Wasserstoffgas sogleich von demDampfström fortgeführt wird ; bei dem zweiten Versuch, in wel-chem Wasserstoffgas das Eisenoxyd redueirt, wird dagegen dasgebildete Wasser sogleich entfernt, so dass das Eisenoxyd sichstets in einer Atmosphäre von Wasserstoffgas befindet, welchesihm den Sauerstoff entzieht.

Es muss also, wie leicht einzusehen ist, in einer bestimmtenHitze ein gewisses Verh'ältniss von Wasserstoff und Wasserdampfgeben, welches weder metallisches Eisen oxydiren. noch Eisen-oxyd reduciren wird. Vermehrt man in dieser Mischung dieMenge des W r asserdampfes, so findet eine Oxydation des metal-lischen Eisens statt; wenn man dieselbe vermindert, so wird eineReduetion des Eisenoxyds eintreten. Es ist wahrscheinlich, dassdas Verh'ältniss zwischen Wasserstoffgas und Wasserdampf, wel-ches weder auf Eisen noch auf Eisenoxyd einwirkt, mit der Tem-peratur wechselt.

Einwirkung des Kohlenstoffs.

258. Die Kohle redueirt alle Metalloxyde, welche von Was-serstoff zersetzt werden, und bei sehr hoher Temperatur ausser-dem auch solche, auf welche der Wasserstoff ohne Wirkung ist.Die Oxyde des Kaliums und des Natriums werden z. B. in derWeissglühhitze vollständig von Kohlenstoff zersetzt und ihre Me-talle in Freiheit gesetzt.

Findet die Reduetion eines Oxydes bei niedriger Tempera-tur statt, so bildet sich Kohlensäure; geschieht, dieselbe aber inhoher Temperatur, so entwickelt sich Kohlenoxydgas. Die Koh-lensäure wird nämlich in der Glühhitze durch viele Metalle, so-wie durch Kohle in Kohlenoxyd übergeführt.

Einwirkung des Schwefels.

259. Bei hoher Temperatur wirkt der Schwefel auf dieMehrzahl der Metalloxyde ein; erhitzt man denselben mit denOxyden der ersten Glasse, so entsteht ein Gemenge von schwefel-saurem Metalloxyd und Schwefelmetall: 4 M O -)- 4 S = M O . S 0 3-f- SMS. Bei Gegenwart von Kohle bildet sich hierbei nurSchwefelmetall.

Die übrigen Metalloxyde werden meistens, wenn man siemit Schwefel und Kohle erhitzt, in Schwefelmetallc verwandelt.