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1 (1858) Anorganische Chemie
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JodsKure.

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Verbindungen des Jods mit Sauerstoff.

stoff;

180. Man kennt drei Verbindungen des Jods

1. die Unterjodsäure......J0 4 ,

2. die Jodsaure........JO M

3. die Ueberjodsäure.....J0 7 .

Wir werden nur die zwei letzten beschreiben.

lit Sil

Jodi

JO,

181. Die Jodsäure erhält man durch Erhitzen von Jod mitmöglichst concentrirter Salpetersäure. Wenn hierbei alles Jodverschwunden ist, lässt man die Flüssigkeit erkalten; der grössteTheil der Jodsäure scheidet sich dann in Krystallen aus.

Auch aus jodsaurem Kali kann man Jodsäure darstellen.Um jenes zu bereiten, setzt man Jod so lange zu einer kochen-den Kalilösung, als es sich noch darin auflöst; beim Erkaltenkrystallisirt das jodsaure Kali aus, und das gleichzeitig entstan-dene Jodkalium bleibt in der Flüssigkeit gelöst. Die Zersetzungentspricht der bei der Darstellung des chlorsauren Kalis beschrie-benen. Die Krystalle von jodsaurem Kali löst man wieder inwarmem Wasser auf, und giesst eine concentrirte und kochendeLösung von Chlorbarium hinzu, wodurch ein Niederschlag vonjodsaurem Baryt entsteht, den man abwäscht und hierauf mitSchwefelsäure in der Wärme zersetzt. Die von dem schwefel-sauren Baryt abfiltrirte Flüssigkeit scheidet beim Verdampfenbei 40° bis 50" C. rhombische Krystalle von Jodsäurehydrat,J0 5 -f- HO, ab.

Die krystallisirte Jodsäure verliert beim Erhitzen auf 200°C.das Wasser. Erhitzt man stärker, so schmilzt sie und zersetztsich dabei in Jod und Sauerstoff.

Schwefelige Säure oder Schwefelwasserstoff scheiden aus derJodsäure Jod ab, das zugesetzten Stärkekleister blau färbt.

Die Jodsäure zersetzt sich mit Jodwasserstoffsäure in Jodund Wasser:

JO b + 5HJ = CJ + 5 HO.