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1 (1858) Anorganische Chemie
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Suhwe feisäur e.

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Schwefelsäure: S0 3 .

14G. Wie wir gesehen haben (144.), nimmt die in Wassergelöste schwefelige Säure Sauerstoffgas aus der Luft auf undverwandelt sich in Schwefelsäure. Diese Umwandlung geschiehtdurch kräftige Oxydationsmittel, wie z. B. concentrirte Salpeter-säure, noch leichter; leitet man einen Strom von schwefeliger Säuredurch concentrirte, zum Kochen erhitzte Salpetersäure, so verwan-delt sich die schwefelige Säure vollständig in Schwefelsäure, und dieSalpetersäure geht in Untersalpetersäure oder Stickstoffoxyd über-

Auch durch Erhitzen von Schwefel mit Salpetersäure erhältman Schwefelsäure, aber man muss lange Zeit kochen, umsärnmtlichen Schwefel zu oxydiren.

Nach diesen beiden Methoden erhält man ein Gemenge vonSchwefelsäure, Salpetersäure und Wasser; destillirt man dasselbeaus einer Glasretorte, so geht zu Anfang Salpetersäure, mit mehroder weniger Wasser vermischt, über. Die Temperatur steigtallmälig und bleibt zuletzt auf 338° C. stehen, wobei eine homogene,sehr saure Flüssigkeit, eine Verbindung von Schwefelsäure mitWasser, überdestillirt. Dieselbe ist unter dem Namen concen-trirte Schwefelsäure bekannt; wir wollen zuerst ihre Eigen-schaften angeben.

147. Die concentrirte Schwefelsäure ist eine Flüssigkeit vonölartiger Consistenz, deren speeif. Gewicht bei 15° C. 1,843 beträgt.Sie siedet bei 388° C, ist geruchlos und giebt bei gewöhnlicherTemperatur keine merklichen Dämpfe aus. Man kann in derThat bei gewöhnlicher Temperatur zwei Schalen, von welchendie eine concentrirte Schwefelsäure, die andere eine Lösung vonChlorbarium enthält, tagelang unter der Glocke der Luftpumpestehen lassen, ohne dass die Chlorbariumlösung sich trübt. Wennnun die Schwefelsäure eine merkliche Menge von Dampf ent-wickelte, welcher mit der Chlorbariumlösung in Berührung kom-men würde, so entstände schwefelsaurer Baryt, welcher unlöslichist und als weisses Pulver sich abscheiden müsste.

Die concentrirte Schwefelsäure wird etwas unter 0° fest.

Die Schwefelsäure ist eine der stärksten Säuren, welche mankennt, sie röthet selbst nach der Verdünnung mit ihrem tausend-fachen Volum Wasser noch stark Lackmus; in der Wärme ver-treibt sie die meisten Säuren aus ihren Verbindungen. Das letzteVerhalten rührt sowohl von der Stärke der Säure, als auch vondem Umstände her, dass sie erst bei hoher Temperatur siedet.Besonders in Folge der letzteren Eigenschaft vertreibt die Schwe-

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