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1 (1858) Anorganische Chemie
Entstehung
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Bildung.

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halten worden, obgleich er von den Regeln der heutigen Nomen-klatur abweicht.

Wasserstoff und Stickstoff vereinigen sich, wenn sie gasför-mig sind, nicht direct mit einander, und man kann ein Gemengeder beiden Gase durch glühende Röhren oder über erhitztenPlatinschwamm leiten, oder endlich stark zusammendrücken, ohnedass eine Verbindung erfolgt.

Stickstoff und Wasserstoff vereinigen sich dagegen leicht miteinander, wenn sie im Entstehungsmoment in einer Flüssigkeitsich treffen. Löst man Zink in verdünnter Salpetersäure auf, soenthält die Flüssigkeit bald eine ansehnliche Menge von salpeter-saurem Ammoniak. Die Bildung desselben erklärt sich leicht infolgender Weise: Beim Auflösen von Zink in sehr verdünnterSalpetersäure entwickelt sich Wasserstoff, und es bildet sich sal-petersaures Zinkoxyd; diese Zersetzung ist dieselbe, welche auchbei Anwendung von verdünnter Schwefelsäure statt der Salpeter-säure stattfindet. Behandelt man dagegen Zink mit concentrirterSalpetersäure, so oxydirt sich das Zink auf Kosten des in derSalpetersäure vorhandenen Sauerstoffs zu Zinkoxyd, welches miteinem weiteren Antheile der Salpetersäure sich zu salpetersauremZinkoxyd verbindet, und Stickstoff, sowie Oxyde des Stickstoffsentweichen. Wird endlich Zink mit Salpetersäure von mittlererStärke behandelt, so gehen die beiden Zersetzungen gleichzeitigvor sich; das Zink nimmt sowohl von dem Wasser, als auch vonder Salpetersäure Sauerstoff auf und es wird hierdurch Wasser-stoff und Stickstoff gleichzeitig in Freiheit gesetzt. Diese beidenStoffe treffen sich im Entstehungszustande (status nascens)in der Flüssigkeit und verbinden sich in diesem Falle zu Am-moniak. Man findet daher in der Flüssigkeit eine beträchtlicheMenge von salpetersaurem Ammoniak gelöst. Löst man Zinkin einer Mischung von Schwefelsäure und sehr verdünnter Sal-petersäure auf, so erhält man eine noch grössere Menge von Am-moniak. Man übergiesst Zink mit verdünnter Schwefelsäure undsetzt tropfenweise Salpetersäure zu, bis die Wasserstoffentwicke-lung ganz aufhört; das Zink löst sich hierbei fortwährend auf,aber aller Wasserstoff, den es sonst entwickelt hätte, bleibt inder Flüssigkeit in der Form von Ammoniak.

Wir werden in der Folge eine grosse Anzahl ähnlicher That-sachen kennen lernen. Viele Stoffe, welche sich in gasförmigemZustande nicht mit einander vereinigen, treten in Verbindung,sobald sie in derselben Flüssigkeit gleichzeitig abgeschieden