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1 (1858) Anorganische Chemie
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Darstellung.

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dem Kalk verbindet und die Phosphors'äure frei macht, die hier-auf mit der Kohle in Phosphor und Kohlenoxyd sich zerlegt.

Der Phosphor findet sich im Handel gewöhnlich in Form vonkleinen Stangen, die man leicht erhalt, wenn man in den unterWasser geschmolzenen Phosphor eine etwas konisch zugehendeGlasröhre taucht und an dem anderen Ende saugt. Hat man indieser Weise eine Säule von flüssigem Phosphor aufgesaugt, soverschliesst man das Ende der Röhre rasch mit dem Finger, umdas Herabsinken der Säule zu vermeiden, und taucht die Röhresogleich in ein mit kaltem Wasser gefülltes Getäss, worin derPhosphor erstarrt. Mit einem Stäbchen, welches man durch denengen Theil der Glasröhre einführt, kann man die Phosphor-stange leicht hinausdrücken.

77. Auf der leichten Entzündbarkeit des Phosphors beruhtdie Anwendung desselben zu Feuerzeugen und Zündhölzchen,welche sich durch blosses Reiben entzünden. In Folge davon hatseit einigen Jahren die Fabrikation des Phosphors eine grosseAusdehnung gewonnen.

Die älteren Phosphorfeuerzeuge sind kleine bleierne Flaschen,auf deren Boden sich etwas Phosphor befindet. Taucht man eingewöhnliches Schwefelholz hinein, so bleibt eine kleine Mengevon Phosphor daran hängen; das Zündhölzchen entzündet sichnicht sogleich, aber augenblicklich, wenn man es auf einem Stück-chen Kork oder Holz reibt. Diese Feuerzeuge sind nicht ohneGefahr, und werden ausserdem bald unbrauchbar, wenn man nichtdafür sorgt, dass sie immer vollkommen geschlossen sind; derPhosphor zieht nämlich leicht Sauerstoff aus der Luft an undverwandelt sich in phosphorige Säure und Phosphorsäure, welcheFeuchtigkeit aufnehmen und das Feuerzeug unbrauchbar machen.

Die Phosphorzündhölzer, welche man gewöhnlich Reibzünd-hölzer nennt, unterscheiden sich von den gewöhnlichen Schwefel-hölzern dadurch, dass sie am einen Ende mit einer durch blossesReiben sich entzündenden Mischung, versehen sind. Der Haupt-bestandtheil dieser Mischung ist immer Phosphor; ausserdem ent-hält sie einen Stoff, welcher geeignet ist, durch Abgabe vonSauerstoff die Verbrennung lebhafter zu machen. Derartige Stoffesind salpetersaures oder chlorsaures Kali, Manganhyperoxyd, oderein Bleioxyd, welches Mennige heisst, lauter Körper, welcheleicht einen Theil ihres Sauerstoffs abgeben. Chlorsaures Kalimacht die Mischung spritzend und verursacht eine kleine Ex-plosion, wodurch brennende Theilchen umhergeworfen werden.Die mit salpetersaurem Kali (Salpeter) bereiteten Mischungen