Eupatorin. — Euphorbias'äure. 1075
Setzung der Formel 2 (3Be 0 . Si0 3 ) + 2 A1 2 0 3 . Si 0 3 entspricht,wenn man bei dieser Berechnung das von v. Awdejew gefundeneAtomgewicht der Beryllerde = 158,084 zu Grunde legt, und an-nimmt, dass die Beryllerde zu den 1- und 1-atomigen Basen gehöre.Die Krystallform des Euklases ist monoklinometrisch (2- und 1-axig).Er findet sich nur krjstallisirt. Harte : zwischen Quarz nnd Topas.Sehr spröde und leicht zerspvengbar. Stark glasglänzend. Durchsich-tig bis halbdurchsichtig. Farbe: licht grünlich und bläulich. — DerEuklas findet sich mit Topas in Chloritscliiefer eingewachsen bei Villaricca in Brasilien. — Sehr wahrscheinlich ist der Euklas unter ganzähnlichen Umständen gebildet worden wie der Beryll, nur mit demUnterschiede, dass mehr Kieselerde als bei der Bildung des letzterenvorhanden war. Es wird dies besonders einleuchtend, wenn man dieFormel für den Euklas so schreibt: 3BeO. Si0 3 + Äl 2 0 3 . V 2 Si0 3 ,und sie dann mit der Formel für den Beryll vergleicht, welche 3BeO.Si0 3 +Al 2 0 3 . 3 Si 0 3 ist. Wäre also zur Sättigung der Thonerdedes Euklases 6 mal so viel Kieselerde vorhanden gewesen, als wirklichvorhanden war, so müssle, anstatt Euklas, Bervll entstanden seyn.
Th. S.Eupatorin, vonRighini in Eupatorium cannabinum aufgefun-dene noch zweifelhafte Base. Sie soll erhalten werden , wenn man letz-teres mit schwefelsäurehaltigem Wasser extrahirt, die Lösung mit Kalk-hydrat fällt und den Niederschlag der Luft aussetzt, bis der Kalk kohlen-sauer geworden ist. Durch mehrtägige Behandlung desselben mit Alkoholbei 40° bis 50° wird daraus das Eupatorin aufgelöst und bleibt nach Ver-dunstung des Alkohols als weifses Pulver von bitterem und zugleichstechendem Geschmack zurück. Es ist in Wasser unlöslich, in wasser-freiem Alkohol und Aether löslich, und bildet mit Schwefelsäure ein inseideglänzenden Nadeln krystallisirendes Salz *■). H. K.
Euphorbias'äure. Bestandteil der Euphorbia Cyparissias,
entdeckt von Riegel. Zu ihrer Darstellung wird die von der Wurzelbefreite blühende Pflanze mit Zusatz von etwas verdünnter Essigsäurezerstofsen, der Saft ausgepresst, durch Erhitzen und Fütriren von Chloro-phyll hefreit, und dann mit Ammoniak vermischt, so lange dadurch "nochein Niederschlag entsteht. Die von letzterem abfiltrirte Flüssigkeit wirddurch Verdampfen concentrirt, dann, während sie noch warm ist, mit et-was Salpetersäure und mit salpetersaurem Bleioxyd vermischt. Aus derFlüssigkeit scheidet sich hierauf beim Erkalten eine krystallinische Masseaus, die euphorbiasaures Bleioxyd ist. Man reinigt sie durch Waschenmit kaltem Wasser, löst sie dann in kochendem Wasser auf, und zersetztdas Bleisalz durch Schwefelwasserstoff. Das gebildete Schwefelblei wirdmit der Flüssigkeit zum Sieden erhitzt, dann letztere heifs filtrirt, mitthierischer Kohle behandelt, und der langsamen Verdampfung überlassen,wobei die Säure in weifsen, nadelförmigen Krystallen anschiefst. Sie istgeruchlos, reagirt und schmeckt sauer, ist leicht löslich in Wasser, schwe-rer in Alkohol. Mit Kali bildet sie ein leicht lösliches, etwas zerfliefsli-ches Salz, welches in weifsen Tafeln krjstallisirt. Das Natron- und Am-moniaksalz sind ebenfalls leicht löslich und krystallisirbar. Die wässe-rige Auflösung der Säure giebt mit neutralem und basischem essigsauren
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') Magaz. f. rharra. Bd. XXV. S. 98.