Cy
an.
383
Zus ammensetzun g (Gay-Ltissac):2 At. Kohlenstoff . — 151,71 . . 46,152 At. Stickstoff . = 177,04 . . 53,85
1 Aeq. Cyan
. = 328,75In Gasform:
100,00
1 "Vol. Kolilengas1 Vol. Stickgas
Specif. Gew.
0,83600,9760
1 Vol. Cyangas . . = 1,8120.
Das Cjan kann unter keinerlei Umständen unmittelbar aus seinenElementen hervorgebracht werden. Seine Bildung erfolgt nur, wennbeide oder das eine oder andere im Verbindung^ oder im Entstehungs-Zustande einander dargeboten werden, und auch dann nur unter derMitwirkung eines Körpers, der mit dem entstehenden Cyan in Verbin-dung treten kann. Ammoniak und stickstoffhaltige Kohle oder organi-sche Stickstoffverbindungen sind, wie es scheint, in allen Fällen allein dieKörner, aus denen das Cyan entstehen kann. Ueberall wo es entsteht,erhält man es gebunden, entweder an ein Alkalimetall als Cyanür, oderan Wasserstoff als Cyanwasserstoff. Zuweilen erhält man es auch gebun-den an Sauerstoff, in Form von Cjansäure, bei der Zersetzung von Kör-pern , die kein Cyan präexistirend enthalten, wie z. B. bei der trocknenDestillation von harnsaurem Quecksilberoxyd oder beim Glühen vonstickstoffhaltigen organischen Körpern mit wenig Salpeter. Diese Fälle ge-hören aber offenbar zu den vorhergehenden, und seine Oxydation zuCyansäure ist dann nur ein seeundärer Vorgang.
Seine Bildung durch den Stickstoff von Ammoniak zeigt sich in dereinfachsten Form, wenn man Ammoniakgas über weifsglühende Kohle leitet.Man erhält hierdurch Cyanainmonium und freies Wasserstoffgas. Vonden Bestandteilen von 1 Aeq. Ammoniak werden 2 Aeq. Wasserstofffrei und es treten dafür 2 Aeq. Kohlenstoff hinzu, wodurch Cyanwasser-stoffsäure gebildet wird, die sieb mit Ammoniak zu Cyanainmonium ver-einigt*). Leitet man dagegen das Ammoniakgas über ein glühendes Ge-nienge von Kohle mit kohlensaurem Kali, so entsteht Cyankalium , untergleichzeitiger Bildung von Wasser und Enlwickelung von Wasserstoffgasund Kohlensäuregas. Schon Scheele hatte gefunden, dass sich beim Er-hitzen von Salmiak mit einem Gemenge von Kohle und Alkali Cyanka-lium bildet**).
Aus Ammoniak entsteht ferner Cyan in Form von Cyanainmonium,wenn man ein Gemenge von Ammoniakgas und Kohlcnoxydgas der Ein-wirkung von erwärmtem Platinschwamm aussetzt. Selbst die gasförmigenOxyde des Stickstoffs, wenn sie mit Kohlenwasserstoffgas oder Alkohol-dampf vermischt sind, werden auf diese Weise in Cyanammonium undWasser verwandelt (Kulilmann) ***).
Noch ein anderes Beispiel der Bildung von Cyan aus Ammoniak ist
*) Diese Blaneäiuebildiing zuerst beobnclilet vonTiommsdorff, Clouet, Bonjour;Ton Laiigtoia und KuMmann genauer studirt, Annal. der Cliem. u. Pharm.38. p. 62 II. <i4.**) Sclieele's »äwnttl. Werke, von Hermuslädt II, 345.***) A. a. O. p. 6».