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Toluidin.
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mann (1845). Sie bildet sich bei der Reduction des Nitrotoluols mitSehwefelammonium, sowie bei der Destillation des mit Salpetersäure ver-harzten Terpentinöls (Chautard).
Zur Darstellung des Toluidins löst man Nitrotoluol in mit Ammo-niak gesättigtem Alkohol, leitet in die Lösung einen Strom von Schwe-felwasserstoffgas und lässt stehen, bis der Geruch nach Schwefelwasser-stoff verschwunden ist. Man sättigt hierauf abermals mit Schwefel-wasserstoff und wiederholt dies bis der Geruch desselben nicht mehrverschwindet. Schneller kommt man zum Ziel, wenn man die Flüssigkeit in einer Retorte erhitzt und Schwefelwasserstoffgas einleitet, wobeidas Destillat von Zeit zu Zeit in die Retorte zurückgegossen wird.Nach beendigter Zersetzung versetzt man die Flüssigkeit mit Wasserund Salzsäure, filtrirt den ausgeschiedenen Schwefel ab, verdampft dasFiltrat bis auf x / 3 seines ursprünglichen Volumens und unterwirft denRückstand einer Destillation mit Kalilauge, wobei das Toluidin in Oel-tropfen übergeht, die nach einiger Zeit krystallinisch erstarren.
Zur Reinigung wird das alkalische Destillat mit Oxalsäure über-sättigt, zur Trockne verdampft und das zurückbleibende Gemenge vonoxalsaurem Ammoniak und oxalsaurem Toluidin mit siedendem Alkoholbehandelt, welcher letzteres löst und beim Erkalten in weissen Nadelnabscheidet. Diese werden etwas abgewaschen, in heissem Wasser ge-löst und mit concentrirter Kalilauge versetzt, wodurch das Toluidin inOeltropfen sich abscheidet, die beim Erkalten erstarren. Zur völligenReinigung wird es auf dem Filter mit Wasser abgewaschen, zwischenPapier gepresst und destillirt (Muspratt und Hofmann).
Statt des Schwefelammoniums benutzt Wilson zur Reduction desNitrotoluols Schwefelwasserstoff-Schwefelkalium (in alkoholischer Lö-sung?), indem er es wiederholt damit destillirte. Man hat hierbei zu-gleich den Vortheil, dass das Toluidin nicht von Ammoniak getrenntwerden muss.
Noch zweckmässiger möchte die Anwendung eines Gemenges vonEisen und Essigsäure sein, wie solches zur Umwandlung von Nitroben-zol in Anilin angewendet wird.
Das Toluidin bildet farblose Krystalle, schmilzt bei 40°C. zu einerfarblosen stark lichtbrechenden Flüssigkeit und siedet bei 198°C. Schonbei gewöhnlicher Temperatur verdampft es etwas, so dass ein mit Salz-säure befeuchteter Glasstab darüber gehalten Nebel erzeugt. Es riechtweinartig aromatisch, dem Anilin durchaus gleich, und schmeckt bren-nend. In Wasser ist es etwas löslich namentlich in der Wärme, leichtin Alkohol, Aether, Holzgeist, Aceton, Schwefelkohlenstoff, ätherischenund fetten Oelen. Die Lösungen färben rothes Lackmuspapier schwachblau und den Dahlienfarbstoff grün; Curcuma wird nicht verändert.Fichtenholz und Hollundermark werden davon (bei Gegenwart von Säuren)tief gelb gefärbt. Chlorkalklösung zeigt keine auffallende Reaction da-mit; mit Chromsäure entsteht ein röthlich brauner Niederschlag. Kupfer-salze geben mit Toluidin einen ins Grüne spielenden etwas krystallini-
p. 320. — Pharm. Centralbl. 1850, S. 344. — A. W. Hofmann, Annal. d. Chem.u. Pharm. Bd. LXVI, S. 144, und Bd. LXXI, S. 172; Pharm. Centralbl. 1848,S. 582. — Morley u. Abel, Annal. ä. Chem. u. Pharm. Bd. XCIII, S. 371;Pharm. Centralbl. 1854, S. 507. — Muspratt u. Hof mann, Annal. d. Chem. u.Pharm. Bd. LIV, S. 1; Pharm. Centralbl. 1848, S. 513. — Wilson,. Annal. d.Chem. u. Pharm. Bd. LXXVII, S. 217.