Scapolith. — Schachtelhalm. 281
im Destillationsapparat zum Kochen erhitzt, wobei er sich verflüchtigt.Die Bildung dieses Körpers erfolgt auch mit Barytwasser, desgleichenaus Jalappin. Er muss nothwendig dem früher durch Erhitzen desScammoniums mit Kalilauge und Zersetzen durch Schwefelsäure erhal-tenen Spaltungsproduct beigemengt gewesen sein.
Wird eine alkoholische Lösung von Scammonium im Kochen mitKalihydrat versetzt, so färbt sie sich sogleich gelb und setzt späterdunkle Flocken ab, die durch weiteren Zusatz von Alkohol vollständigabgeschieden werden. Die überstehende Flüssigkeit enthält valerian-saures Kali und die schon erwähnte alkoholartige Verbindung, welcheletztere sich beim Verdünnen mit vielem Wasser abscheidet. Dampftman die von dem Niederschlag abfiltrirte Flüssigkeit zur Trockne ab,so kann aus dem Rückstande durch Destillation mit Schwefelsäure Va-leriansäure gewonnen werden.
Keller hat noch die Beobachtung gemacht, dass sich silber-glänzende Blättchen ausscheiden, wenn man schweflige Säure in diemit Ammoniak versetzte, weingeistige Lösung des Scammoniums leitet,was als weiterer Beweis für die Gegenwart aldehydartiger Körper indem Harze dienen kann. Wp.
Scapolith. Dieser Name wird verschieden gebraucht, indemman früher verschiedene, zum Theil zersetzte Varietäten des Werneritmit dem Namen Scapolith, Wernerit, Mejonit, Nuttalith, Glau-kolith, Ekebergit u. s. w. bezeichnete, welche vermeintliche Speciesgegenwärtig entweder den Namen Wernerit oder Skapolith führt, bis-weilen werden auch jetzt noch die Varietäten getrennt benannt, weildie Zusammensetzung Unterschiede zeigte, welche meist nur die Folgevon beginnender oder weiter vorgeschrittener Zersetzung sind, wie na-mentlich bei den ausschliesslich Skapolith genannten Vorkommnissen.Das Weitere siehe unter Wernerit. K.
S Captin, von 6jc«jnr£W, scharren, kratzen, ist eine Benennungfür eine Art Extractivstoff, welcher im Schlünde ein eigenthümlichesKratzen erregt. Die Seifenkrautwurzel enthält einen solchen Stoff, soauch, nach Radig, das Fingerhutkraut. Es versteht sich übrigens, dasseine solche Uebereinstimmung im Geschmacke keineswegs die sonstigeIdentität bedingt. Wp.
Scarbroit. Das dem Kollyrit verwandte Mineral aus demKalksteine der Küste von Scarborough inEngland enthält nach Vor non 1 ),7,9 Proc. Kieselsäure, 42,7 Thonerde, 48,5 Wasser, 0,8 Eisenoxyd,ist unkrystallinisch, im Bruche muschelig, wenig glänzend im Striche,hängt stark an der Zunge und hat das speeif. Gewicht = 1,485. K.
Schaalwerden. So bezeichnet man gewisse Zersetzungenverschiedener Flüssigkeiten, wobei sie namentlich den eigenthiirnlichenGeschmack verändern oder einbüssen: so beim Essig das Abstehendurch Fäulniss und Bildung von Schimmel und Infusorien, beim Bierdas Geschmackloswerden nach Entweichen der Kohlensäure.
Schachtelhalm s. Equisetum.
') Thilos. Magaz. 1828, S. 178.