Luft. — Luftelektricität. 989
Luft, fixe, i. e. Kohlensäure.
» hepatische, i.e. Schwefelwasserstoff.
» inflamraa ble, i. e. Wasserstoff.
» mep hitische, veralteter Name theils für Stickstoff,theils für Kohlensäure.
» phlogistisirte, i. e. Stickstoff.
Luftelektricität. Das Daseyn von Elektricität und von elek-trischen Wirkungen in der Atmosphäre ist zuerst von Franklin nach-gewiesen worden; indem es ihm mit Hülfe seines elektrischen Drachengelang (1752), Elektricita't aus den Wolken herabzuleiten und durchgeeignete Experimente deren Uebereinstimmung mit der Maschinen-elektricität darzuthun.
Dieser Versuch ist an vielen Orten wiederholt worden. Man hatgefunden, dass nicht nur die schweren Gewitterwolken, sondern dieWolken überhaupt fast immer Elektricität besitzen. Bald zeigt sich die-selbe von positiver, bald von negativer Beschaffenheit, und oft wechselnin einem vorüberziehenden Gewölke beide Zustände rasch mit einanderab. Die Ladungen sind jedoch meistens zu schwach, um Explosionenwie der Blitz hervorbringen zu können; sie werden durch Regen oderSchnee allmälig zur Erde herabgeleitet. Das Gewitter ist also nur dieFolge einer ungewöhnlich starken Anhäufung des elektrischen Fluidumsin den Wolken.
Das Vorhandenseyn freier Elektricität in der Atmosphäre ist abernicht auf den Umfang der Wolken beschränkt; auch bei dem gewöhn-lichen Feuchtigkeitszustande, ja zur Zeit der gröfsten Trockenheit befin-det sich Elektricität in der Luft, die durch empfindliche Eleklroskope,welche man, mit langen, oben zugespitzten metallischen Leitern verbun-den, dem freien Lufträume aussetzt, angezeigt wird. Sie ist gewöhnlich,bei heiterer Witterung immer, positiv. Ihre Intensität nahe über demErdboden ist gering, nimmt aber zu, je höher das zur Prüfung derselbenbestimmte Instrument getragen wird. An Orten, die nirgends durchbenachbarte höhere Punkte beherrscht werden, findet man immerElektricität in der Luft, deren Intensität bei zunehmender Höhe sorasch zunimmt, dass Höhenunterschiede von wenigen Fufsen einen merk-lichen Einfiuss haben. An mehreren Orten, wo man die Beobachtungenregelmäfsig fortgesetzt hat, ergab sich, dass die Luftelektricität in ver-schiedenen Jahreszeiten eine sehr ungleiche Stärke besitzt. Im Januarerreicht sie das Maximum ihrer Intensität, nimmt dann bis zum Juni,der Zeit des Minimums, fortwährend ab und vermehrt sich allmälig wie-der bis Ende des Jahres. Auch hat man tägliche Schwankungen er-kannt; zwei Maxima, Morgens und Abends gegen 10 Uhr; zwei Minima,das eine um 2 Uhr nach Mitternacht, das andere um 4 Uhr Nachmittags.
Die Ursache dieser Schwankungen, sowie des Dasevns der Luft-elektricität überhaupt ist bis jetzt so gut wie unbekannt. Zwar hat manmehrere Einflüsse als Quellen der Luftelektricität geltend zu machen ge-sucht, insbesondere die Reibung bewegter Luft an hervorragendenGegenständen, die Dampf bilduug, den Verbrennungsprocess kohlenstoff-haltiger und Wasserstoff haltiger Körper, den Vegetationsprocess. Allezufällige Einwirkungen, wie Reibungsprocesse, wenn auch durch diesel-ben Elektricität in einer in Betracht kommenden Menge in die Luft aus-