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794 Leder.
inländischen Schlächtereien, theils im getrockneten aus entfernteren Ge-genden bezieht. Diese sind zum Theil blofs getrocknet, wie die vonBuenos-Ajres, zum Theil gesalzen und getrocknet, wie die von Bahiaund Fernambuk in den Handel gebrachten, bisweilen geräuchert. —Am leichtesten sind die frischen Häute zu bearbeiten, die gesalzenendagegen erfordern ein langes Weichen in frischem Wasser, währenddem man sie öfters tritt oder klopft, um sie vollständig zu erweichen.Ein dünneres, weniger dichtes Leder und von minder feinem Korn alsdie Stierhäute, liefern die Kuhhäute, von denen die stärksten auch ausden südamerikanischen Ebenen herstammen und Wildhäute genanntwerden. Die Häute der Kälber sind dünner als die der Kühe, aberstärker als die der meisten anderen Thiere, und liefern gegerbt ein sehrzähes, dabei weiches und biegsames Leder, welches besonders als Oberlederdes Schuhwerkes (upper leather, Schmall- oder Fahlleder, cuire a oeuvre)verwendet wird, während die Slierhäule und die stärksten Kuhhäutezu Sohl- oder Pfundleder (sole leather),, Verwendung finden. DiePferdehäute sind dünn und geben ein fast nur zu Sattlerarbeiten be-nutztes Leder. Die Häute der kleineren Thiere pflegt man Felle (skins)zu nennen. Von Schafen erhält man Leder von geringerer Dauerhaftig-keit. Es ist um so schwächer, je länger beim Schlachten die Wollegewesen, und das Abscheeren derselben, selbst nur einige Tage vor derTödtung des Thieres, soll bewirken, dass man eine weit dickere Hauterhält. Die Häute der Lämmer und jungen Ziegen (Kitzen) liefern Le-der für Handschuhe, die Häute der ausgewachsenen Ziegen das besteMaterial für Saffian und Marokkin. Hirsch- und Piehhäute werden ge-wöhnlich sämisch gegerbt und als Wildleder in den Handel gebracht.Schweine liefern ein dünnes, sehr festes, im lohgaren Zustande besondersfür Sattelsitze verwendetes und sehr geschätztes Leder. Hundeleder istdünn, aber zäh und von guten Eigenschaften. Die besten Sohllederwerden in Malmcdv, die besten Oberleder in Stromberg und St. Vielhim Regierungsbezirk Aachen gefertigt. Namentlich Mainz ist in neuererZeit, wegen seines Leders von den verschiedensten Gattungen, von Saf-fian und Glanzleder an bis zum Sohlenleder, mit Recht berühmt.
I.
Lohgares
Led
er.
Die Vorbereitungsarbeiten für den eigentlichen Gerbeprocess müssenmit der gröfsten Sorgfalt ausgeführt werden, wenn man überhaupt aufeinen genügenden Erfolg des letzteren rechnen will. Die erste Operationist, wie schon oben angedeutet, das Wässern und Einweichen.Bei frischen Häuten genügen, nachdem die Hörner, Klauen u. s.w. abge-schnitten worden, schon ein bis zwei Tage, umBlut undSchmutz zu entfer-nen; bei getrockneten, zumal den gesalzenen od er gar geräucherten, mussmandas Einweichen (am besten in fliefsendem Wasser) oft 8—-10 Tage andauernlassen, ja bisweilen ganz schwaches Kalkwasser anwenden und sie klopfenund schaben, wozu eigene Walkapparate Anwendung finden, um nicht alleindie Haut gleirhmäfsig mit Wasser zu sättigen, sondern auch die anhän-genden Fleisch-, Gcfäfs- und andere Theile leicht trennen zu können. Umletzleres auszuführen, werden die geweichten Häute auf den Schabe-oder Streichbaum (chevalet) mit der Haarseile aufgelegt. Der Sireich-baum ist ein etwa 6 Fufs langer, halbrunder, i% Fufs breiter, mitseinem einen Ende auf der Erde, mit dein anderen etwa 3% Fufs hoch ge-neigt stehender Balken. Dann wird die Fleischseite mit einem stumpfen ge-