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4 (1849) [I - L]
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686
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686 Krystallwasser. Kümnielöl.

durch Drehen der dickeren Axe (an ef, ohne gh zu berühren) das vonder anderen Krystallfläche reflectirte Bild der oberen Linie zur Co-incidenz mit der unteren Linie gebracht, und abgelesen, welchem Theil-strich des getheilten Kreises nun 0 des Nonius gegenübersteht oder umwelchen Winkel gedreht wurde: to giebt das Complement dieses Win-kels zu 180° den Neigungswinkel beider Krystallflächen zu einander.Meistens ist der Kreis so getheilt, dass von einem Punkt nach beidenSeiten hin die Abstände 5 U ,10° u. s. w. bis 180° bezeichnet sind; stelltman im Anfang der Messung 180° des Theilkreises 0° des Nonius gegen-über, so giebt bei beendigter Messung der Nonius geradezu den Neigungs-winkel der Flächen an, u in Fig. 235 ist eine Mikromcterscliraiibe,um das genauere Einstellen zu erleichtern. Kp.

Krystallwasser s. W asser.

Kümmelöl, gemeines (Oleum Carvi, Huile de caroi ', oilof carmvar). Aelherisches Oel, welches durch Destillation der zer-stofsenen Samen des gemeinen Kümmels (Carum carvi) mit Wasser ge-wonnen wird. Frisch rectificirt ist dasselbe farblos und dünnflüssig, ander Luft wird es bald gelb und dickflüssiger und hinterlässt bei neuerReclification eine hellbräunliche balsamische Masse. Es reagirt neutral, be-sitzt den eigentümlichen Geruch und den scharf bitterlichen, brennendenGeschmack des Kümmels. Es brennt mit gelb leuchtender, rufsenderFlamme, ist leichter als Wasser, darin wenig löslich; von Alkohol wirdes leicht gelöst, auch mit Aether und fetten Oelen ist es mischbar. Esbesteht aus zwei Oelen, einem sauerslofffreien, dem Carven (s. Suppi.und Bd. II, S. 87), und einem sauerstoffhaltigen, welches, obwohlflüssig, sich in seinen Eigenschaften den Stearoptenen mancher andererätherischer Oele eng anschliefst.

Das Carven lässt sich, gegen die Angabe von Schweizer 1 ), durchfractionirte Destillation rein abscheiden mit einem Siedepunkt von 174°und der der Formel C 20 H i6 entsprechenden Zusammensetzung. Dassauerstoffhaltige Oel erhält man durch fractionirte Destillation nichtrein. Es lässt sich aber aus einer Verbindung, die es mit Schwefel-wasserstoff bildet, und die im kristallinischen Zustande dargestellt wer-den kann, rein abscheiden, worauf es einen 250° übersteigenden Siede-punkt und eine der Formel C 30 H 14 0 2 entsprechende Zusammensetzungzeigt. Die Analyse gab 79,8 Proc. Kohlenstoff und 9,31 Wasserstoff,während die Formel 80,00 Kohlenstoff und 9,33 Wasserstoff ver-langt (Var rentrapp).

Uebergiefst man nämlich das Kümmelöl oder noch besser den Rück-stand der Destillation desselben, nachdem alles bis zu 190° Ueberdestil-lirende verflüchtigt worden ist, mit dem gleichen Volumen Alkohol, dermit Ammoniak und Schwefelwasserstoff frisch gesättigt worden ist, soerwärmt sich die Mischung nach kurzer Zeit, trübt sich und gesteht zueiner gelblichen Krystallmasse. Man bringt sie nach etwa einer viertelbis einer halben Stunde auf ein Filtrum, lässt die Masse abtropfenund wäscht sie schnell mit kaltem Alkohol aus, bis sie völlig weifserscheint. In siedendem Alkohol ist die auf dem Fillrum bleibendeweifse, seidenartig glänzende, krjstallinische Masse nur bei längerem

*) Jonen, für prakt. Chemie, Bd. XXIV, S. 257.